"Immer mit der Ruhe"

DAUN/GILLENFELD/KELBERG. (bb) Der Entwurf der Neuordnung des Dekanats Daun sieht drei pastorale Einheiten mit den Zentralorten Daun, Gillenfeld und Kelberg vor. Die Dekanatsleitung erläutert, warum der Plan schneller als zunächst erwartet in Kraft treten könnte.

Am 8. Oktober war Pater Paul Plutta - seit sechs Jahren Seelsorger in den Pfarreien Darscheid und Demerath und seit 2004 auch Pfarrer von Mehren und Schalkenmehren - fast unmittelbar nach der sonntäglichen Eucharistiefeier unerwartet gestorben. Durch den Tod des Priesters und die Tatsache, dass zwei Pfarrer kurz vor dem ruhestandsfähigen Alter stehen, wird es im Dekanat Daun wohl ziemlich bald ernst mit der Umsetzung. "Doch immer mit der Ruhe", appellieren Dechant Ludwig Gödert, Definitor Klaus Kohnz und Dekanatsreferent Thomas Reichert im TV-Gespräch. Zunächst sei Pluttas Kooperator und Mitordensmann, Pater Hugo Pöpping, zum Pfarrvertreter in den vier Pfarreien eingesetzt worden. Zudem gehe der Strukturplan-Entwurf nun noch zur Diskussion in die Gremien der Pfarreien und Pfarreiengemeinschaften, bevor der Trierer Bischof Reinhard Marx im Sommer 2007 das letzte Wort spreche.

Wenn es bei dem Vorschlag des Bistums bleibt, bilden in absehbarer Zukunft zwölf Pfarreien den pastoralen Raum Daun, acht haben Gillenfeld als Zentralort und neun gehören zu Kelberg (siehe Hintergrund). Dort und von dort aus soll ein leitender Pfarrer agieren, in Kooperation mit seinen Kollegen. "Am wenigsten Aufgeregtheit" gebe es im Kelberger Land, da die neue Einheit sich altvertraut sei, bildete sie doch ohnehin bis zum Jahr 2005 das Dekanat Kelberg. "Spannender" werde es für den Bereich Daun, wo künftig ein ganzes Dutzend Pfarreien kooperieren soll. "Schnellen Klärungsbedarf" gebe es in der Einheit Gillenfeld, denn ihr waren die vier Pfarreien des aber inzwischen verstorbenen Paters Plutta zugeordnet worden.

Fest im Blick hat die Dekanatsleitung bereits die Pfarrgemeinderatswahlen im November 2007. "Die zukünftigen Räte werden mehr denn je zuvor in die pastorale Planung einbezogen", erklärt Dekanatsreferent Reichert. "Andererseits können wir den Kandidaten so konkret wie noch nie sagen, welche Aufgaben auf sie zukommen." Gleichzeitig räumt er ein: "Es geht nicht, dass immer weniger Ehrenamtliche immer mehr leisten müssen." Dass es auch für die Hauptamtlichen ein Mehr an Aufgaben gibt, steht außer Frage. "Mir macht der Spagat zwischen Dekanatsleitung und der gleichzeitigen Leitung einer pastoralen Einheit die größten Sorgen", sagt Dechant Gödert. Und Definitor Kohnz mahnt an, dass die Strukturreform nur gelinge, wenn sie auch eine spirituelle Dimension habe. Es gebe auch Ermutigendes, berichtet Thomas Reichert über eine Entscheidung des Bistums: Am 1. Februar 2007 komme ein Pastoralreferent oder eine Pastoralreferentin für Schulseelsorge ins Dekanat Daun.

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