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In Daun entsteht die von einer Stiftung finanzierte "Junior Uni"

Stadtentwicklung : „Junior Uni“: Fundament für das Vorzeigeprojekt in der Kreisstadt Daun

In Daun entsteht eine von der Lepper-Stiftung finanzierte Lehr- und Forschungseinrichtung. Das erste Gebäude soll in gut einem Jahr in Betrieb genommen werden.

Seit Mitte des Jahres wird auf dem Gelände der früheren Brotfabrik in Daun gebaut. Auf dem Areal, das sich direkt neben der so genannten Umgehungsstraße (Teil der Bundesstraße 257) befindet, entsteht die sogenannte Junior-Uni. Es ging zügig voran, bis es im Oktober einen unfreiwilligen Baustopp gab: Auf dem Gelände wurde ein fünf Zentner schwere Fliegerbombe entdeckt, was für die Bauherrin, die Lepper-Stiftung, nach eigenem Bekunden „für etwas Unsicherheit“ sorgte.

Aber die Entschärfung ging reibungslos und zügig vonstatten, die die Tiefbauarbeiten konnten wieder aufgenommen werden. 2019 war das gut 10.000 Quadratmeter große gelegene Areal an die Eifel­ion GmbH verkauft worden, die zur Firmengruppe des Dauner Unternehmers Peter Lepper gehört. 2020 wurde präsentiert, was auf dem Gelände entsteht: die Junior-Uni Daun.

Dahinter verbirgt sich eine Lehr- und Forschungseinrichtung für Menschen zwischen vier und 20 Jahren, die – ohne Notendruck und unabhängig von Sozial- und Bildungshintergrund – vor allem in den Fachbereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik (MINT), aber auch in den Gebieten Kunst und Kultur (Musik, Tanz, Theater) lernen und forschen können. Platz ist auch für eine Duales-Studium-Hochschule, deren Schwerpunkt ebenfalls in Richtung MINT-Fachbereiche gehen soll.

Ein Etappenziel des Vorhabens ist nun erreicht: Die Bodenplatte ist gegossen. Ein Betonmischer nach dem anderen fuhr vor, mit einem so genannten Beton-Rüttler verteilten die Bauarbeiter die Masse über dem Geflecht aus Stahlmatten und zogen die oberste Schicht glatt. „Für die 55 Zentimeter dicke Bodenplatte haben wir rund 100 Tonnen Bewehrungsstahl und 350 Kubikmeter Beton verbaut“, erklärt Michael Evers, Geschäftsführer der Firma Zenz-Massivhaus, die als Generalbauunternehmer von der Lepper-Stiftung mit den Bauarbeiten der Junior Uni Daun beauftragt ist.

Tyrone Winbush, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Stiftung, ist zufrieden mit dem Fortschritt auf der Baustelle: „Wir hoffen jetzt auf einen milden Winter, damit die Arbeiten weiter rasch vorankommen. Wir können es kaum abwarten, bis die ersten neugierigen Forscherinnen und Forscher das Gebäude mit Leben erfüllen.“ In Zusammenarbeit mit bereits bestehenden Bildungseinrichtungen wie Schulen und Hochschulen sollen einer Pressemitteilung der Stiftung zufolge Dozentinnen und Dozenten mit pädagogischer Kompetenz das Selbstbewusstsein der jungen Besucher stärken und sie – ausdrücklich unabhängig vom Einkommen und Sozialstatus der Familien – zum besseren späteren Einstieg in Berufsbildung oder Studium qualifizieren.

Das Vorhaben wird zu 100 Prozent von der Stiftung finanziert. Die Kosten waren zunächst auf etwa zehn bis zwölf Millionen Euro geschätzt worden, aber angesichts der Kostenentwicklung auf dem Bausektor geht man bei der Stiftung von einer höheren Summe aus. In rund einem Jahr soll auf dem Gelände der früheren Brotfabrik das neue, farbenfrohe Gebäude für die Lerneinrichtung stehen.

(sts)