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In der Künstlersiedlung Weissenseifen steht im Sommer wieder vieles an

Kultur : Jeden Sommer kommt der Trubel

In der Künstlersiedlung Weißenseifen geht es in den kommenden Wochen hoch her: Neben den Kulturwerktagen und dem jährlichen Künstler-Symposium nimmt man auch wieder am rheinland-pfälzischen Sommerheckmeck mit einer viertägigen Kinder-Freizeit teil.

Eine Außenwand muss noch verputzt werden, dann ist das Gelände neben der Galerie am Pi bereit für den großen Ansturm. „Nicht, dass es uns hier im Laufe eines Jahres langweilig wird, aber tatsächlich geht es in den Sommermonaten noch mal deutlich trubeliger zu“, sagt Christiane Hamann vom Kulturwerkteam der Künstlersiedlung Weißenseifen. Los geht es mit den Kulturwerktagen, dann schauen schon die Kinder des Sommerheckmecks (2. bis 5. Juli) vorbei, und auch das seit 1974 ausgerichtete Symposion (13. Juli bis 11. August) fällt stets in die warme Jahreszeit.

„Hinter all diesen Veranstaltungen steht ja die Idee, dass möglichst draußen gearbeitet wird, der Kunstschaffende in der Natur ist und sich mit ihr und auch  mit sich selber auseinandersetzt – das ist der einfache Grund dafür, dass sich alle Veranstaltungen so knubbeln“, sagt Christiane Hamann. Als erstes stünden nun aber mal die Kulturwerktage vor der Tür (siehe Info).

„Und wenn sie losgehen, können wir gleich zum ersten Mal unseren neuen Seminarraum nutzen“, sagt sie. Regelmäßige Besucher werden den Neubau zwar bereits bemerkt haben, für die breite Öffentlichkeit sei diese seltene bauliche Veränderung in der seit den 1950er Jahren aufgebauten Künstlersiedlung eine Neuigkeit.

„Im August 2015 rissen wir Teile des Vorgängerbaus, wo eine Art Werkstatt und ein Aufenthaltsraum untergebracht waren, ab“, sagt Guido Hörnschemeyer vom Kulturwerk Weißenseifen. Bis zum Winter sei dann der Neubau mit dem markanten Diamantenfenster entstanden. „Mit dem Bau haben wir ein bisschen mehr Platz gewonnen und nun neben der Galerie am Pi einen weiteren geschlossenen Raum für alle Arten von Treffen, Seminaren und Kunst“, sagt er. Entworfen wurde der Seminarraum samt doppelt schräggestelltem Dach von Michael Wihr, der bei den Werktagen einen Kurs zum Arbeiten mit Ton leitet.

Entstanden seien die Kulturwerktage quasi aus dem Symposion heraus, sagt Christiane Hamann. Während sich das Symposion hauptsächlich an Künstler und Kunstschaffende richte, sei die Zielgruppe der Kulturwerktage breiter gefasst. „Mein Mann gab ja lange Kurse, unter anderem an der Volkshochschule in Koblenz und in Neuwied, schon kurz nach seinem Tod 2002 fanden hier die ersten Kulturwerktage statt“, sagt sie.

Hörnschemeyer schätzt die Kulturwerktage und auch die Teilnahme am Sommerheckmeck als willkommene Belebung der Künstlersiedlung. „Man muss sich einfach vor Augen führen, dass von den Gründern mit Günther Mancke nur noch einer übrig ist – die Siedlung bekommt immer mehr einen musealen Charakter“, sagt er. Die Kurse und der Sommerheckmeck wiederum seien das lebendige Element, das neben dem jährlichen Symposion die Zukunft der Siedlung jenseits reiner Erinnerung sichere. „Um das Kulturwerk zu stärken, wurde der Förderverein mittlerweile auch für weitere Mitglieder geöffnet“, sagt Christiane Hamann. Das sei wiederum wichtig für die Finanzierung der Kulturwerk-Angebote.

„Wenn die Kinder hier beim Sommerheckmeck Spaß haben, kommen sie als Erwachsene zum Kulturwerk, und die Siedlung bleibt lebendig“, sagt Hamann. Sie freue sich übrigens, das erweiterte Angebot vom vorigen Jahr fortsetzen zu können. „Voriges Jahr haben wir erstmals einen Silberschmiedekurs angeboten“, sagt sie. Der sei zwar nicht ausgebucht gewesen, aber dennoch so gut angekommen, dass man ihn wieder ins Programm aufgenommen habe. „Manchmal muss man ja Sachen auch erstmal etablieren“, sagt Christiane Hamann.

Die Künstlersiedlung habe eine weitere Etablierung übrigens nicht mehr nötig. „Viele Angebote des Kulturwerks, aber auch die Kinder- und Jugendfreizeit, werden von Menschen aus der Nachbarschaft genutzt. Eifeler Kinder übernachten bei uns ebenso wie Besucher von weiter weg. Für ein paar Tage leben sie hier gemeinsam und schaffen Kunst – für viele ein unvergessliches Abenteuer“, sagt Christiane Hamann.

Die Eltern wiederum kämen bei den Kulturwerktagen vorbei, um zu schnitzen, zu schmieden oder zu töpfern. „Wir gehören, auch wenn wir abgelegen im Wald liegen, fest dazu.“

Weitere Infos im Internet unter: www.kulturwerk-eifel.de