In der neuen Verbandsgemeinde Gerolstein wird das Wasser teurer

Verbraucher : In der neuen Verbandsgemeinde Gerolstein wird das Wasser teurer

Die Gebühren in den ehemaligen Tarifbereichen Gerolstein, Hillesheim und Obere Kyll sollen angeglichen werden. Eine Bestandsaufnahme der Werksanlagen zeigt Investitionsbedarf.

Die Wasserwerke der ehemaligen Verbandsgemeinden (VG) sind durch die Kommunal- und Verwaltungsreform, aus der zum 1. Januar 2019 die neue Verbandsgemeinde Gerolstein entstanden ist, dazu verpflichtet, ihre Systeme zusammenzulegen. „Aus drei mach eins“ gilt  auch für die drei bisher als Eigenbetriebe geführten Wasserversorger – einen entsprechenden Beschlussvorschlag hat der Werksausschuss dem Verbandsgemeinderat vorgelegt.

Doch vor der Hochzeit kommt die Verlobungszeit und die darf laut dem Landesgesetz zum Zusammenschluss bis zum 31. Dezember 2028 dauern. Innerhalb dieser Phase bleiben die Werke der ehemaligen Verbandsgemeinden im Bereich der Beitrags- und Gebührenkalkulationen für die Wasserversorgung und Abwasserbeseitigung autark.

„Der politische Wille der Fusionspartner ist es jedoch, die Gebühren in einem Zeitraum von bis zu acht Jahren zu harmonisieren“, heißt es in der Beschlussvorlage des Werksausschusses. Werkleiter Harald Brück hat einen Vergleich zwischen den Tarifbereichen Gerolstein, Hillesheim und Obere Kyll erstellt. „Die durchschnittliche Gesamtbelastung für einen Vier-Personen-Haushalt mit einem Grundstückseigentum von 700 Quadratmetern ist in Hillesheim und der Oberen Kyll bedeutend höher  als die in Gerolstein“, sagt Brück.

In Zahlen ausgedrückt: Während die Verbraucher im Tarifbereich Gerolstein mit rund 560 Euro jährlich zur Kasse gebeten werden, zahlt der durchschnittliche Haushalt im Gebiet Hillesheim 637,16 Euro (76,77 Euro mehr), die Haushalte im Bereich Obere Kyll sogar 691,78 Euro pro Jahr – 131,61 Euro mehr  als die vierköpfige Familie im Gerolsteiner Raum.

Dazu kommt: Anhand der Bestandsaufnahme der Anlagen der Wasserwerke in der neuen Verbandsgemeinde Gerolstein werden umfangreiche Investitionen nötig. Auch dafür werden die Verbraucher in Zukunft tiefer in die Tasche greifen müssen. (ausführlicher Bericht folgt).

„Wir gehen davon aus, dass die Gebühren für Wasser und Abwasser steigen werden“, sagt der Werkleiter. „Doch wir wissen derzeit noch nicht, in welchem Umfang“, sagt Brück. Zunächst müssten alle Berechnungsgrundlagen auf einen Nenner gebracht werden – zurzeit gelten in den verschiedenen Satzungen unterschiedliche Festsetzungen für beispielsweise die Grundpreise, Arbeitspreise und die Oberflächenentwässerung.

Faktisch sei ein kompletter Zusammenschluss der Betriebe erfolgt, erklärt Brück. „Es werden allerdings Tarifbezirke weitergeführt, die identisch mit den ehemaligen Verbandsgemeinden sind.“ Die Zeit der Harmonisierung der Bereiche und Gebühren bis 2028 sei nötig, um den Bestand zu erfassen und, wenn möglich, daraus Synergie-Effekte ableiten zu können.

Ein Beispiel dafür sei der bereits im Bau befindliche Hochbehälter in Schüller an der Oberen Kyll. „Dort wird die Neuordnung der Wasserversorgung zu Mehrausgaben führen, für die Maßnahme sind rund 5 Millionen Euro kalkuliert. Doch gleichzeitig werden dank des Neubaus mehrere Druckerhöhungsanlagen und weitere Hochbehälter überflüssig. Das führt mittelfristig zu Einsparungen“, sagt der Werkleiter.

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