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In der Pfarrkirche im Dauner Stadtteil Neunkirchen sind alte Krippenfiguren wiederentdeckt worden.

Kirche : Ende des Dornröschenschlafs für die heiligen drei Könige

In der Pfarrkirche im Dauner Stadtteil Neunkirchen sind alte Krippenfiguren wiederentdeckt worden. Darunter die drei Herren, die dem Dreikönigstag seinen Namen gegeben haben.

Seit Weihnachten stehen in den Kirchen und Kapellen wieder die liebevoll hergerichteten Krippen, die dem Betrachter das Wunder der Geburt Gottes in einem kleinen Kind im Stall von Bethlehem näherbringen wollen. Zum heutigen, in der Volksfrömmigkeit meist „Dreikönigstag“ genannten „Hochfest der Erscheinung des Herrn“ rücken einem jahrhundertealten Brauchtum entsprechend drei Figuren in Begleitung eines Kamels an der Krippe in den Vordergrund. Es sind die im Evangelium mal als Magier, Weise oder Sterndeuter bezeichneten und später als Caspar, Melchior und Balthasar benannten Herren.

   Auch in der Neunkirchener St.-Anna-Kirche ist das so. Hier haben die Küsterin Maria Kremer und ihr Ehemann Peter Kremer die Krippe mit Unterstützung von Ursula Heck zu Weihnachten aufgebaut und sie nun zum „Dreikönigstag“ komplettiert. Dabei handelt es sich um Krippenfiguren, die einen jahrzehntelangen Dornröschenschlaf im Glockenturm hinter sich haben. Im vorigen Jahr hatte Peter Kremer (67) beim Aufräumen  der Glockenturmstube die Heilige Familie, Ochs und Esel, zwei Hirten und die Könige mit Kamel unter Abdeckplanen entdeckt. Und sich daran erinnert, dass diese Figuren – größer und womöglich auch älter als die in der Zwischenzeit verwendeten – in seiner Kindheit in der großangelegten Krippenlandschaft im rechten Seitenschiff zu sehen waren.

    Die Entscheidung, diese Figuren wieder hervorzuholen und in die Krippe zu stellen, sei rasch getroffen und von den Kirchenbesuchern mit Begeisterung aufgenommen worden, erzählt Peter Kremer unserer Zeitung. Als weitere Bereicherung ist während der Öffnungszeit der Kirche (täglich von 9 bis 18 Uhr) auch in diesem Jahr bis Mitte Januar wieder zarte weihnachtliche Instrumentalmusik zu hören. „Die Leute bleiben erst mal am Eingang stehen und genießen die Musik und das Bild der Krippe und der Weihnachtsbäume im Chorraum“, berichtet Peter Kremer von häufigen Beobachtungen.

   Ob die nun gezeigten Krippenfiguren aus der Zeit der Erweiterung der Kirche um die beiden Seitenschiffe im Jahr 1889 stammen, hat Peter Kremer noch nicht herausfinden können. „Es ist aber wahrscheinlich“, meint er mit Blick auf Heiligenfiguren ähnlichen Stils, die er ebenfalls aus dem Dunkel der Glockenturmstube ans Tageslicht geholt und ihnen wieder einen Platz im Kirchenschiff gegeben hat.