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In der VG Gerolstein sollen sich nur noch Windräder in Toplagen drehen

Regenerative Energie : Bauausschuss der VG Gerolstein will nur in Toplagen Windräder haben

Bauausschuss der VG Gerolstein setzt Mindestwindgeschwindigkeit auf 6,4 Meter pro Sekunde fest. Abstand zu Feriensparks soll 1000 Meter betragen.

Die Windkraftplanung in der VG Gerolstein wird vorangetrieben. Der Bau-, Planungs- und Umweltausschuss der VG hat sich auf Kriterien (siehe Extra) festgelegt, nach denen Windkraftareale ausgewiesen werden sollen. Das letzte Wort dazu hat aber der VG-Rat.

Die Kriterien gelten für die gesamte VG, speziell unter die Lupe genommen wurde aber das Gebiet der ehemaligen VG Obere Kyll – weil sich dort aktuell bereits am meisten dreht und künftig wohl auch noch etliche Anlagen hinzukommen könnten.

Da an den sogenannten vom Land vorgegebenen harten Kriterien (siehe Extra) nicht gerüttelt werden kann, wie Planer Josef Hierlmeier vom Büro BGH-Plan aus Trier betonte, wurde über sie auch nicht diskutiert. Bei den sogenannten weichen Kriterien, die die VG selbst festlegen kann, standen letztlich nur zwei im Zentrum der Debatte: die Windhöffigkeit und der Abstand zu den Ferienparks.

Die Verwaltung hatte vorgeschlagen, als Mindestwindgeschwindigkeit 6,4 Meter pro Sekunde (in 140 Metern Höhe – der durchschnittlichen Nabenhöhe derzeitiger Anlagen) anzusetzen, „da wir einen möglichst wirtschaftlichen Betrieb wollen“, begründete Bürgermeister Hans Peter Böffgen (parteilos). Das hat aber zur Folge, dass Gebiete mit einer etwas geringeren Windstärke (etwa auf dem Höhenrücken bei Scheid) nicht berücksichtigt werden, was Ortsbürgermeister Gottfried Hack  kritisierte: „Wir wollen die Windkraft, haben aber so keine Chance. Ich plädiere daher dafür, eine geringere Windgeschwindigkeit anzusetzen und ein Ausufern der Flächen dann durch Bebauungspläne in allen Dörfern zu verhindern.“

Wenngleich Planer Hierlmeier erstens sagte, dass das grundsätzlich möglich sei und zweitens WKA auch bei einer Windgeschwindigkeit von 6,0 noch wirtschaftlich zu betreiben wären, kam der Ausschuss der Forderung nicht nach, sondern beharrte auf 6,4 Metern pro Sekunde. Denn auch bei dieser strikteren Vorgabe wären (unter Berücksichtigung der anderen festgelegten Kriterien) in der gesamten VG Gerolstein weitere  630 Hektar windkrafttauglich. Bislang gibt es in der VG bereits 575 Hektar Windkraftvorrangflächen, fast alle im Bereich der ehemaligen VG Obere Kyll. Zusamen wären das 2,45 Prozent der Gesamtfläche der Vg. Das Land hat als Grunsatzziel 2 Prozent ausgegeben.

Hierlmeier schränkte aber bezüglich der zusätzlichen 630 Hektar ein: „Bei dieser Zahl werden wir nach Abschluss aller Einzelfalluntersuchungen samt der Umweltprüfungen aber nicht bleiben. Ich gehe davon aus, dass es in etwa nochmal so viele Hektar werden wie bislang bereits genehmigt sind.“

 Beim Thema Abstand zu den beiden Ferienparks Wirfttal und Kronenburgsetzte sich die Ausschussmehrheit über den Vorschlag der Verwaltung hinweg und reduzierte die Entfernung von 2000 auf 1000 Meter – so wie zu Dörfern auch. So sagte Klaus Sohns (CDU) stellvertretend für weitere Ausschussmitglieder: „Wir sollten keinen Unterschied zwischen Feriendörfern und normalen Dörfern machen und die einheische Bevölkerung nicht schlechter stellen als Feriengäste.“

Bürgermeister Hans Peter Böffgen nannte den beschlossenen Kriterienkatalog, zu dem aber der VG-Rat das letzte Wort hat, einen „Kompromiss zwischen den interessen von Mensch und Natur sowie den Entwicklungsmöglichketen der Gemeinden“.