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In diesem Laden in Schalkenmehren steht die Zeit still

In diesem Laden in Schalkenmehren steht die Zeit still

Von Kaugummi-Zigaretten bis Konservendosen in altem Stil: Hier können die Bewohner von Schalkenmehren einkaufen wie vor vielen Jahrzehnten. Seit 1958 hat der Besitzer nichts an der Einrichtung geändert.

In diesem Laden in Schalkenmehren steht die Zeit still
Foto: (e_daun )

Man muss schon genau hinsehen. Neben dem belebten Café Maarblick fällt das unscheinbare, in Weiß und Grau gehaltene Haus kaum ins Auge. Das Haus, in dessen unterster Etage die Zeit seit 1958 stillsteht. Doch der Blick des einen oder anderen Kaffee schlürfenden Gasts bleibt hängen am kleinen Schaufenster, das mit dem schlichten Zeitungsständer einen kleinen Vorgeschmack gibt, welch ungewöhnliche Welt den Kunden hinter der Scheibe erwartet.
Wer neugierig geworden ist und das kleine Einzelhandelsgeschäft des 72-jähirgen Josef Steilen in der Schalkenmehrener Maarstraße betritt, fühlt sich in eine längst vergangene Zeit zurückversetzt.

Die Ladeneinrichtung ist aus dem Jahre 1958, nichts hat sich da verändert. Seit seiner Kindheit wohnt Steilen in Schalkenmehren und arbeitet in diesem Geschäft. Dieses hat seine Oma nach dem Ersten Weltkrieg eröffnet. Seine Mutter führte es dann später bis zu ihrem Tod, 1998, weiter. Seitdem steht Josef Steilen als Besitzer und Verkäufer hinter der historische Theke.

Die Regalwände, in denen Konserven, Zucker, Sekt und Ketschup lagern, stehen hier noch genau so, wie sie seine Famile beim letzten Umbau 1985 aufgestellt hat.

Früher gab es in Schalkenmehren mehrere Einzelhandelsgeschäfte, doch das ist alles Geschichte. Geblieben ist nur der Laden von Steilen. Das Sortiment reicht von Getränken wie Bier, Cola, Saft und Wein über Eis, Süßigkeiten, Suppen und Zucker bis zu Postkarten, Tennisbällen und Wurst. Auch Zeitschriften und Zigaretten führt Steilen im Laden.

Er sagt: "Es ist ziemlich ruhig hier, ab und zu kommen ältere Bürger oder Touristen die etwas kaufen." Wie lange er den Laden noch in Betrieb halte, das stehe in den Sternen. "Mal schauen, wie lange es noch geht, ich bin noch gut dabei. Ich mache auf keinen Fall zu", sagt der 72-Jährige. Sein Foto in der Zeitung? Das möchte er auf keinen Fall.
Doch bei aller Nostalgie: Bei Josef Steilen kaufen nicht nur ältere Menschen ein, die sich an ihre Kindheit erinnern wollen. Die neunjährige Sara Wagner etwa ist vorbeigekommen, um eine Packung Capri Sonne zu kaufen. Der Hersteller nennt diesen Saft eigentlich inzwischen neumodisch Capri Sun. Doch auf der Theke von Herrn Steilen stehen noch ein paar alte Exemplare mit dem ursprünglichen Namen.