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In früheren Zeiten kam das Christkind in der Eifel an Heiligabend zu den Kindern in die Häuser

Weihnachten : Das Christkind schweigt, der Engel spricht

Der Christkinds-Brauch hat im modernen Weihnachten einen schweren Stand. Er wird zunehmend vom Weihnachtsmann abgelöst. In Ellscheid hält man dagegen, aber der Zuspruch wird immer geringer.

Das Christkind ist abgeschrieben. Heute glauben viele Kinder, dass der Weihnachtsmann die Geschenke in den Schornstein wirft. Das war nicht immer so. Ganz verschwunden ist der Brauch aber auch heute nicht. Das zeigt ein Blick nach Ellscheid.

Hier sind Kim Janshen und Lisa Schlimpen am Heiligen Abend unterwegs. Sie sind als Engel und Christkind verkleidet und bringen den Kindern Geschenke. Hinter der Aktion steht ein Konzept, das sich über Jahre bewährt hat. Die ältere Darstellerin spielt das unter einem Schleier versteckte Christkind, die jüngere den Engel mit Flügeln.

Und wer übernimmt am Sonntag welche Rolle? Die 20-jährige Kim Janshen spielt das Christkind, die 19-jährige Lisa Schlimpen den Engel. „Der Engel redet mit den Kindern, das Christkind bleibt meist stumm. Es gibt den Kindern nur mal die Hand“, erklärt Lisa Schlimpen. Warum sie das Ganze machen?„Der Besuch des Christkinds war für uns immer schön“, sagt Lisa. Beide wollen das lieb gewonnene Brauchtum erhalten, „ist es doch seit Jahren Tradition.“

Die aber zusehends in Vergessenheit gerät, wie die Engel-Darstellerin weiß: „Ich habe in der Schule erzählt, dass wir im Dorf als Christkind gehen. Viele kannten das gar nicht und haben gefragt, was wir da machen“. Doch die Nachfrage der Eltern nach dem Besuch des Christkinds geht auch in Ellscheid zurück. Haben im vergangenen Jahr noch fünf Familien angefragt, sind es in diesem Jahr nur noch drei. Dabei kostet der Besuch des Christkind nichts. Spenden sind freiwillig. Ab 18 Uhr geht es am Heiligabend in Ellscheid los mit dem Christkindbesuch. Sind die beiden bei einer Familie im Haus, klingeln sie mit Glöckchen, bevor sie ins Wohnzimmer kommen. „Manchmal singen alle noch ein Lied, bevor ich als Engel die Kinder frage, ob sie sich geschickt haben“, sagt Lisa Schimpen. Mahnende Worte wie bei  Knecht Ruprecht gibt es vom himmlischen Duo aber nicht. Danach dürfen die Mädchen und Jungs dann die Geschenke suchen.

Die Kinder reagierten unterschiedlich, sagt Schimpen. Die meisten seien aber eher  ängstlich und schüchtern. Außerdem haben die Eltern ihnen ja gesagt, dass sie sich benehmen sollen - wenn schon mal so hoher Besuch da ist. Nach ein paar Minuten verlassen Christkind und Engel dann wieder die Familie. „Manchmal malen die Kinder uns auch noch was“, sagt Janshen.

Christkinder sind an Heiligabend außer in Ellscheid auch in Strohn, Strotzbüsch und Mückeln unterwegs.