In Kalenborn-Scheuern entsteht ein Neubaugebiet.

Infrastruktur : Ein Baugebiet als Bindeglied

Kalenborn und Scheuern rücken näher zusammen. Probleme macht noch der Breitbandausbau.

Als 1969 die Nachbargemeinden Kalenborn und Scheuern zusammengelegt wurden, klaffte trotz der großen räumlichen Nähe der Ortsteile eine unbebaute Lücke. Zu Beginn der neunziger Jahre entstand  mit der Erschließung eines ersten Baugebiets ein Scharnier zwischen den Dörfern. „Unter der Held II“ schließt die Lücke nun endgültig.

„Die Nachfrage für Baugrundstücke ist vorhanden“, sagt Ortsbürgermeister Lothar Streicher. „Es handelt sich zumeist um junge Leute aus Kalenborn-Scheuern, die im Ort bleiben möchten.“

Dennoch seien die geplanten elf Grundstücke, mit deren Erschließung bereits begonnen wurde, noch nicht alle vergeben. „Der Gemeinderat hat sich für ein weiteres Baugebiet ausgesprochen, weil es Anfragen gab“, erklärt Streicher. „Noch existiert kein verbindlicher Quadratmeterpreis. Die Erschließung des etwa 9800 Quadratmeter großen Areals wird die Gemeinde rund 390 000 Euro kosten, die angebotenen Grundstücke sind 750 bis 950 Quadratmeter groß.“

Es gebe zwar weiterhin zwei freie Bauplätze im ersten Baugebiet, sagt der Ortsbürgermeister. „Doch die konnten wir bis heute nicht vermarkten, weil sie für heutige Bedürfnisse zu klein sind.“ Heutzutage möchten die Bauherren beispielsweise einen Garten anlegen und Platz für Aktivitäten außerhalb ihrer Häuser haben.

Vor einigen Jahrzehnten sei es mehr darum gegangen, nicht so viel Arbeit mit dem Außengelände zu haben. „Das war auch der Grund, warum der Ortsgemeinderat den ursprünglichen Plan, 14 Grundstücke anzubieten, verworfen hat. Nun sind es elf, deren Größe der heutigen Nachfrage eher entspricht.“

Es gebe selbstverständlich auch Leerstände im Ort, sagt Streicher. „Doch der Gemeinderat kann keinen der jetzigen Eigentümer zum Verkauf zwingen. Und wenn eine junge Familie ein Haus in Kalenborn-Scheuern braucht, kann sie nicht bis zum Sankt Nimmerleinstag warten.“ Darüber hinaus sei der Kauf eines alten Hauses nicht Jedermanns Sache, meint der Ortsbürgermeister. „Die meisten wollen sich ihr Heim nach ihren eigenen Vorstellungen gestalten.“

Einen Haken bei der Vermarktung der neuen Grundstücke im Baugebiet „Unter der Held II“ gibt es noch: „Bis März oder April sollen die Arbeiten abgeschlossen sein“, sagt Streicher. „Bis dahin müssen wir das ledige Problem der Breitbandanbindung gelöst haben.“ Bisher gebe es kaum schnelles Internet im Ort, die Unterstützung der Kommunen beim Breitbandausbau durch das Land Rheinland-Pfalz sei in Kalenborn-Scheuern noch nicht angekommen.

„Wir bleiben dran, Leerrohre für Glasfaserkabel sind ein fester Bestandteil der Erschließung“, berichtet der Ortsbürgermeister. „Denn ein Grundstück ohne die Chance auf ein schnelles Internet lässt sich an junge Familien heutzutage nicht verkaufen.“

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