In Oskars Windschatten

Ich höre sie schon, wie sie mit den Hufen scharren, die einstigen Grünen-Galionsfiguren Ulli Meyer und Hans-Peter Slabik. Als Linkspartei-Charakterköpfe in Oskar Lafontaines Windschatten 2009 zurück auf die politische Bühne - das wär's doch.

Er ist doch auch wohl eher trist, der seit 2004 währende kommunalpolitische Vorruhestand. Wer die einmalige Atmosphäre des Kreistags einmal erleben durfte, kann nicht wirklich auf immer davon lassen. Zumal dort seit dem Abgang der Erfinder der Brachial-Opposition wahrlich nicht alles zum Besten steht. Wo sind die gehaltvollen, mit Temperament und Hingabe und vor allem reichlich Lautstärke geführten Diskussionen geblieben? Kurz und knapp geht es heute zu, spannende Tagesordnungspunkte wie die Genehmigung der Niederschrift der vorherigen Sitzung werden einfach durchgewinkt statt wie früher ausgiebig erörtert. Und wie kurz sie heute sind, die Sitzungen: Sie beginnen zweieinhalb Stunden später als in der Meyer/Slabik-Ära, enden aber meist zum gleichen Zeitpunkt wie früher. Ist das noch gelebte Demokratie? Ich bin sicher: 2009 sind Meyer und Slabik zurück - da freut sich auch der Landrat.