1. Region
  2. Vulkaneifel

In Roth, Kalenborn-Scheuern und Duppach stellen Privatleute Atemschutzmasken her.

Kostenpflichtiger Inhalt: Engagement : Frauen nähen Atemschutz in Heimarbeit

Ehenamtliche aus Roth, Kalenborn-Scheuern und Duppach stellen zuhause und nach genauer ärztlicher Vorgabe Behelfsmasken her, die an Senioren verteilt werden soll.

 Landauf, landab wird derzeit über den Mangel an Hygieneartikeln, Desinfektionsmittel und Schutzbekleidung geklagt. In Gerolstein-Roth, Kalenborn-Scheuern und Duppach werden die Ärmel hochgekrempelt: Frauen, die gut nähen können, sowie weitere Helferinnen und Helfer wollen Atemschutzmasken in Heimarbeit herstellen. Zudem sollen kleine Flaschen mit Desinfektionsmittel abgefüllt werden. „Der Anfang ist gemacht, Ende nächster Woche wollen wir die ersten Pakete (jeweils zwei Masken und eine Flasche) schnüren und an Senioren und Risikopersonen wie Kranke verteilen“, sagt Gotthard Lenzen. Der Ortsvorsteher von Roth hat nach eigenem Bekunden mit seinem Nachbarn, Dr. Norbert Brochhausen, der seit mehr als 20 Jahren eine Praxis für Allgemeinmedizin in Gerolstein betreibt, die Aktion „Bürger gegen Corona“ ins Leben gerufen.

„Wir haben unlängst zusammengesessen und überlegt, wie wir helfen können. Da sind wir auf die Idee mit den Masken gekommen. Um einem eventuellen Engpass vorzubeugen, haben wir uns kurzfristig überlegt, dieser Situation frühzeitig entgegenzuwirken.“, berichtet Lenzen. Mit der Ortsbürgermeisterin des Nachbardorfs Kalenborn-Scheuern, Rita Hoffmann, und des Kollegen aus Duppach, Gotttfried Wawers, habe man schnell Mitstreiter gefunden.

Und Frauen, die gut nähen können: So wird Marlies Diederichs in Kalenborn-Scheuern die anderen Helferinnen und Helfer unterrichten, da sie momentan ja viel Zeit hat. Denn ihre Dorfkneipe musste sie wegen Corona ja schließen. Und in Roth wird Marianne Walter sich um die Schulungen kümmern. Genäht wird aber jeweils Zuhause, maximal zwei Frauen werden zusammenarbeiten – und zwar in gebührendem Abstand, wie Lenzen betont. Hergestellt werden „Behelfs-Mund-Nasen-Schutz-Masken“ (nach Vorgabe des Deutschen Hausärzteverbandes) als Hilfsmittel. Dafür ist bereits meterweise Bauwollstoff eingekauft worden, der auch gekocht werden kann. Zudem Gummibänder (Lenzen: „Pro Maske benötigt man 2,20 Meter“) und Draht. Die Materialkosten pro Maske belaufen sich auf 1,80 bis 2 Euro. Die Hilfspakete werden jedoch kostenlos abgegeben. „Deswegen benötigen wir nicht nur Näherinnen und weitere Helfer, sondern auch Spender“, sagt Lenzen.

Marlies Diederichs (mit dem Bügeleisen) aus Kalenborn-Scheuern und Marianne Walter aus Roth stellen in Heimarbeit und nach exakten Vorgaben Behelfs-Atemmasken für Senioren und Risokogruppen her: aus Baumwollstoff, Bänden und Draht. Foto: TV/Mario Hübner

Wer mitmachen möchte, wird gebeten, sich unter folgenden Telefonnummern zu melden: Kalenborn-Scheuern: 06591/985959, Duppach: 06558/4120112, Roth: 06591/7986