1. Region
  2. Vulkaneifel

In sieben Rollen zum Hochgenuss

In sieben Rollen zum Hochgenuss

Ein Mann, ein Mord und sieben Rollen: Sascha Gutzeit hat einen szenischen Eifelkrimi mit Musikeinlagen geschrieben. Er trägt den Titel "Mord im Landcafé" - Premiere war am Wochenende am Originalschauplatz in Kerpen.

Kerpen. Urlaub, das ist es, was Kommissar Heinz Engelmann, aus Hiesig stammend, in der Eifel eigentlich machen will. Wenn er, ja, wenn er nicht mit seinem rosaroten Panda direkt vor dem "kleinen Landcafé" eine Autopanne gehabt hätte. Genau zu diesem Zeitpunkt hat die Sängerin Coco Lorez ihren Auftritt im "kleinen Landcafé" und wird erschossen. Natürlich stolpert Kommissar Heinz Engelmann beim Betreten desselbigen über die Leiche.
Für ihn stellt das natürlich kein Problem dar, da ihm das ja andauernd sozusagen berufsbedingt passiert. Denn eigentlich möchte er sich gar nicht mit dem Fall beschäftigen, wäre er nicht auf diese brandheiße, aus der Vergangenheit stammende Spur gestoßen, und wären da nicht noch die anderen Leichen, die Kerpen in Angst und Schrecken versetzen.
"Mord im Landcafé" ist ein "Krimical", ein Eifelkrimi mit Musikeinlagen der ganz besonderen Art. Gutzeits schauspielerische Leistung ist sensationell, mit seinem schwarzen Humor und den eigens für das Stück komponierten Songs nimmt er das mitten im Geschehen sitzende Publikum voll und ganz mit.
Gutzeit ist Autor, Musiker, Entertainer, und als Schauspieler schlüpft er in insgesamt sieben Rollen, vom Kommissar Heinz Engelmann über seine attraktive Polizeiassistentin Liesel bis hin zur total toten Leiche.
Auf der kriminellen Reise durch Kerpen und das "kleine Landcafé" begleitet ihn vom Tonband Jaques Berndorf als Erzähler aus dem Off.
Die irrwitzigen Sprachbilder, die beim Dialog zwischen Berndorf und Gutzeit entstehen, versetzen das Publikum durch eine gehörige Portion Klamauk, Situationskomik sowie feiner Ironie in Hochgenuss, was sich enorm auf die Lachmuskulatur auswirkt.
Seine schauspielerische Höchstleistung verleiht jeder einzelnen Rolle die gebührende Emotion. Es ist alles handgemacht, vom Text über die Musik bis hin zu den Kostümen.
So schafft er es, das Publikum mit in das Geschehen hinein zu holen und führt es in einem immensen Spannungsbogen bis zur finalen Auflösung des Falles mit einer Leichtigkeit, die den Abend zu einem anspruchsvollen Vergnügen werden lässt.
Rudolf Simmerer