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In Stadtkyll treibt ein Wilderer sein Unwesen

Polizei sucht Zeugen eines Vorfalls am 11. September : In Stadtkyll treibt ein Wilderer sein Unwesen

Ein lauter Knall hallt am Freitag, 11. September, durch das Schönfelder Jagdrevier. Es ist 21 Uhr und im Stadtkyller Wald daher kaum etwas los. Eine Spaziergängerin allerdings bekommt den Gewehrschuss, der einem Hirsch galt, mit.

Und sie erschreckt sich offenbar so sehr darüber, dass sie die Polizei in Prüm über den Zwischenfall verständigt.

Dort hat man inzwischen die Ermittlungen aufgenommen. Der Verdacht, der im Raum steht, lautet: Wilderei. Denn eine Befragung der umliegenden Jäger zeigt, dass keiner von ihnen an besagtem Abend vor Ort war. Und der unbekannte Schütze demnach gar keine Berechtigung hatte, ein Tier zu erlegen und aus dem Wald zu schleppen. Eine Straftat, die mit Geldbußen oder bis zu drei Jahren Haft geahndet werden kann.

Dass die Polizei überhaupt von dem Vorfall erfahren hat, sei Zufall, sagt der zuständige Ermittler. Viele Bürger hätten dem Knall sicher keine Aufmerksamkeit geschenkt und einfach angenommen, dass hier der rechtmäßige Jagdpächter auf der Pirsch wäre. Der Zeugin allerdings war wohl irgendetwas verdächtig vorgekommen.

Dass Fälle von Wilderei angezeigt werden, komme sonst eher selten vor, sagt der Polizist: Es gebe jedes Jahr ein paar wenige solcher Delikte, denen die Inspektion Prüm nachgehe: „Das beschäftigt uns aber jetzt nicht jeden Tag.“

Der Ermittler glaubt allerdings, dass die Dunkelziffer solcher Straftaten höher sein könnte: „Das ist ganz schwer einzuschätzen.“ Schließlich erfahre man schon allein, weil die Taten meist im Wald und außerhalb von Ortschaften stattfinden, recht selten davon. Und auch die Fahndung nach den Tätern ist in der Regel schwierig.

Daher erhoffen sich die Ermittler nun Hinweise von Bürgern. Wer an besagtem Freitag in der Gegend verdächtige Personen oder etwa ein großes Auto, das sich zum Abtransport von Kadavern eignen würde, gesehen hat, ist aufgerufen, sich bei der Polizei Prüm zu melden. Zu erreichen ist die Inspektion unter Telefon: 06551/9420 oder E-Mail: pipruem@polizei.rlp.de