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Landwirtschaft
Eifeler Landwirte spüren die Folgen des Dürresommers immer noch!

 So grün muss es bald auf den Wiesen werden, sonst droht womöglich eine noch größere Futterknappheit als im vergangenen Jahr.
So grün muss es bald auf den Wiesen werden, sonst droht womöglich eine noch größere Futterknappheit als im vergangenen Jahr. FOTO: TV / Angelika Koch
Daun/Gerolstein/Cochem-Zell. In einigen Teilen der Eifel sind noch heute die Folgen des Dürresommers 2018 zu spüren: Futtermangel für Nutztiere. Der Vulkaneifelkreis steht etwas besser da – noch.

Von Engpässen bei den Futtermitteln, die sich aus dem extrem regenarmen Sommer des vergangenen Jahres bis in die Gegenwart ziehen, berichtet Egon Thomas, Kreisbauernchef für Cochem-Zell aus Mitelstrimmig. Sein Vulkaneifeler Kollege Marco Weber kann für sein „Revier“ eine etwas entspanntere Situation schildern: „Wir sind noch mit einem blauen Auge davongekommen. Es gibt nur vereinzelte und leichte Engpässe, die meisten Landwirte haben genug Vorräte.“ Aber dennoch könne von dauerhafter Entwarnung keine Rede sein. „Wir brauchen dennoch dringend Regen, denn die Niederschläge haben nicht ausgereicht, um den Boden bis in die Tiefe gut zu durchfeuchten.“

Der Klimawandel macht ihm Sorgen. Bei Informationsveranstaltungen mit Meteorologen habe er erfahren, dass in unseren Breiten stabile Wetterlagen zunehmen und die übliche Abwechslung von Hochs und Tiefs abnimmt. „Wir müssen jetzt schon, bei einer Erderwärmung von rund einem Grad, mit andauernden Trocken- oder Regenperioden rechnen.“ Mit der Folge, dass die Böden entweder zu trocken oder zu nass sind.

Auch Matthias Daun, Milchviehhalter aus Hörscheid, registriert, dass es in den vergangenen Monaten insgesamt schon wieder relativ wenig Niederschlag gab. „Aber wir sind gut aus dem Winter gekommen“, meint er. Doch: „Nun sind jedoch alle Vorräte verfüttert. In diesem Jahr brauchen wir eine normale Ernte!“

Bislang haben es laut Marco Weber von Futterknappheit betroffenen Vulkaneifeler Viehhalter geschafft, mit Vermittlung des Bauernverbands von anderen Höfen zukaufen zu können. „Landwirte, die ihre Höfe aufgaben, hatten noch Futterüberstände und haben diese an die Kollegen verkauft.“ Die Talsohle für die Bauern sei jedoch nicht erreicht, der Strukturwandel werde weitergehen, zum Beispiel wegen einer weiteren Regulierung des Düngers, dessen erlaubte Ausbringungsphase auf die Felder verkürzt werden soll. „Das würde bedeuten, dass viele Landwirte neue Lagerkapazitäten bauen müssen.“ Doch auch die Natur muss mitspielen, denn ohne Niederschlag gelangt der Dünger nicht in die Böden, um dort von den Pflanzen aufgenommen zu werden.

Weber schildert, dass auch die Entwicklung in Nord- oder Ostdeutschland, wo nach wie vor Futterknappheit und viel zu trockene Böden herrschen, die Eifeler Landwirte betrifft. Sogar dann, wenn es hier im Westen ausreichend Regen und Futter geben sollte. „Jeder Viehhalter wird seine Bestände reduzieren, wenn er sie nicht ausreichend ernähren kann, entweder durch Schlachtung oder Verkauf. Wenn das viele tun müssen, führt es zu sinkenden Erzeugerpreisen – für alle. Denn es gibt keine regional beschränkten Märkte.“

Wie Matthias Daun erläutert, macht derzeit noch ein anderes deutschlandweites Problem den Viehhaltern zu schaffen: die Blauzungenkrankheit. „Der Kälberhandel ist im Grunde zum Erliegen gekommen, denn wir sind im Restriktionsgebiet. Das heißt, die Jungtiere dürfen nur innerhalb Deutschlands gehandelt werden.“ Normalerweise jedoch gehen sie zur Mast in die Niederlande. „Dort wird im Moment nichts aufgenommen.“ Auch diese Einschränkung drückt die Preise, dem gegenüber stehen zusätzliche Kosten für Impfungen der Muttertiere.