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In touristisches Aushängeschild Gerolsteins soll investiert werden

Freizeit : Wohnmobilstellplatz soll saniert werden

Der Ausschuss für Touristik und Stadtentwicklung empfiehlt, die Anlage in Gerolstein zu sanieren und zu erweitern. Die Kosten werden eine Viertelmillion Euro betragen.

Die Liste der Mängel ist lang, die Beratung im Ausschuss kurz. „Schließlich ist der Wohnmobilstellplatz eines der touristischen Aushängeschilder der Stadt“, sagt UWG-Fraktionsführer Hans-Hermann Grewe. „Diese Gäste lassen viel Geld in der Stadt - und zudem ist die Infrastruktur des Wohnmobilstellplatzes veraltet, einiges, wie Teile der Stromversorgung, gar nicht mehr zugelassen.“ Zudem solle die Anlage am Gerolsteiner Sportplatz erweitert werden. „Der Platz wird sehr gut angenommen, besonders in der lang anhaltenden Corona-Pandemie ist der Zulauf noch stärker geworden“, heißt es im gemeinsamen Antrag der UWG- und der CDU-Fraktion des Stadtrats.

Tatsächlich hat die Eifel im vergangenen Sommer einen regelrechten Boom in Sachen Wohnmobil-Touristik erlebt (der TV berichtete mehrmals). Die bisher 26 vorhandenen Stellplätze seien über die gesamte Saison hinweg durchweg ausgebucht gewesen, berichtet Frank Reuter, Geschäftsführer der Touristik GmbH Gerolsteiner Land. „Die Nachfrage ist extrem angewachsen. Das heißt, dass eine Sanierung und Erweiterung der Anlage dringend notwendig ist“, sagt Reuter.

Der Stadtrat befürworte den Antrag, sagt Bürgermeister Uwe Schneider. „Gerolstein profitiert ganz klar von den Gästen, ob es der örtliche Handel ist, das Schwimmbad, Museen oder andere touristische Einrichtungen“, sagt Schneider. Eine Hürde sei allerdings noch zu nehmen, bevor mit den Um- und Ausbaumaßnahmen begonnen werden kann: „Die Kommunalaufsicht muss diese Ausgabe genehmigen“, sagt der Bürgermeister. Einen dementsprechenden Antrag wolle die Stadt in diesen Tagen stellen. Immerhin geht es um einen sechsstelligen Betrag. Rund 250 000 Euro sollen die Sanierung und die Erweiterung des Wohnmobilstellplatzes kosten. Viel Geld, sagt auch Hans-Hermann Grewe, doch es gebe bereits einen Plan, die Summe schnell abzutragen: „Laut den Informationen der Touristik GmbH liegen die Gewinne, die mit dem Stellplatz erwirtschaftet werden, bei jährlich rund 13 000 Euro.“

Bisher zahlten die Gäste zehn Euro pro Wohnmobil und Tag, Strom und die GeroGastCard inbegriffen. „Wir beantragen, die Kosten auf zwölf Euro zu erhöhen, zuzüglich des Beitrags für die GeroGastCard von drei Euro. Damit gehen wir, bei weiteren fertiggestellten 14 Plätzen, von einem Gewinn von rund 19 000 Euro jährlich aus – die Investition von 200 000 Euro für die reine Erweiterung, die in den Haushalt 2021 eingestellt werden soll, wäre also in 10,5 Jahren amortisiert.“

Die Ausweitung der Anlage soll den Gästen zeitgemäßen Komfort bieten: Geplant ist neben weiteren Stromzapfstellen, drei Masten für freies WLAN, Heckenanpflanzungen und dem Verlegen eines Leerrohres für Strom- und Internetanbindungen rund um den gesamten Stellplatz zusätzlich der Bau eines Wirtschaftsgebäudes auf dem Gelände des Tennisareals.

Das Gebäude soll Platz für drei Dusch- und Waschräume, eine Spülküche, einen Arbeitsraum und ein Terminal für bargeldloses Bezahlen bieten. In einem Versorgungsraum soll laut Plan eine Gastherme für Heizung und Warmwasser untergebracht werden. Vorgesehen sind auch eine Photovoltaik-Anlage und eine Regenwasserzisterne.

Als Kosten für Unterhaltungsmaßnahmen sollen weitere 50 000 Euro in den Gerolsteiner Haushalt eingestellt werden. „Die Stromversorgung auf dem bisherigen Platz entspricht nicht mehr den heutigen Anforderungen“, sagt Hans-Hermann Grewe. Auch hier müssten neue Stromsäulen, insgesamt elf Stück, angeschafft und installiert werden. Zudem sei das Becken für die Entsorgung der Chemie-Toiletten stark renovierungsbedürftig, undicht und lasse sich nicht mehr hygienisch reinigen. „Nur wenn wir alle diese Maßnahmen durchführen können, bleibt der Wohnmobilstellplatz in Gerolstein zukunftsfähig“, sagt Grewe. „Der Wohnmobil-Boom wird auch weiterhin anhalten.“