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Innenstadt statt Internet: Dauner machen mobil

Innenstadt statt Internet: Dauner machen mobil

Als einzige Stadt in der Eifel trägt Daun das Siegel "Qualitätsstadt”. Doch auch hier haben die Einzelhändler mit der Konkurrenz aus dem Internet zu kämpfen. 25 Betriebe in der Kreisstadt haben sich zusammengetan und wollen zeigen, dass der direkte Kontakt zum Kunden aber immer noch ein gutes Argument für den Besuch eines Geschäfts sein kann.

Daun. Lange war die Stadt Daun eine "Insel der Glückseligen", auf der es kaum nennenswerte Probleme mit Leerständen gab. In jüngster Zeit hat sich das Bild aber geändert: Von der Trierer Straße über die Burgfriedstraße bis in die Wirichstraße werden in mehreren Ladenlokalen Nachmieter gesucht, teilweise auch schon länger. "Wir beobachten die Entwicklung sehr intensiv und auch mit einigen Sorgenfalten, aber wir sehen die Einkaufsstadt Daun nach wie vor als gut aufgestellt", sagt der Vorsitzende des Gewerbe- und Verkehrsvereins (GVV) Daun, Dieter Wilhelm. Kaum eine Branche bleibt verschont: Der Einzelhandel in Daun mit seinen vielen inhabergeführten Geschäften spürt laut Wilhelm auch die stetig gewachsene Bedeutung des Internets. "Viele Milliarden werden dort mittlerweile umgesetzt, und kaum eine Branche bleibt verschont", sagt Wilhelm. Umso mehr muss sich seiner Auffassung nach die Stadt Daun als Einkaufsort stärker in der Öffentlichkeit präsentieren, und das nicht nur im Ort selbst, sondern auch weit darüber hinaus. "Wir sind ja schon seit Ende 2011 Qualitätsstadt, die erste in der Eifel", erinnert der GVV-Vorsitzende, "aber wir müssen damit mehr Präsenz zeigen. Der Gast muss noch besser vermittelt bekommen, wie stark sich die Dauner Einzelhändler um das Wohl der Kunden kümmern." Zu den Betrieben, die bei der Qualitätsstadt mitmachen, gehört die Firma J. Minninger KG. "Damit wurde ein Zeichen gesetzt, dass viele Betriebe willens sind, gemeinsam an einem Strang zu ziehen, im Interesse des Einkaufsorts Daun. Dass es dadurch mehr Kommunikation, mehr Erfahrungstausch untereinander gegeben hat, hat es sich schon gelohnt, mitzumachen", sagt Inhaber Stefan Minninger. Ein Schritt in die vom GVV-Vorsitzenden gewünschte Richtung ist getan: In dieser Woche ist die Broschüre "Einkaufserlebnis in der Qualitätsstadt Daun" vorgestellt worden. Auflage: 20 000 Exemplare.Viele Unternehmen ziehen mit: 25 Betriebe stellen sich vor und sind in einem Stadtplan eingezeichnet, weitere sind in der Broschüre erwähnt. Michaela Schenk, im Hauptberuf stellvertretende Leiterin der Dauner Kur- und Verkehrsbetriebe, ist die Koordinatorin für alle Dinge, die mit dem Thema Qualitätsstadt Daun zu haben. Sie freut sich, dass viele mitgezogen haben, um die Broschüre zusammenzustellen: von der Stadt Daun über den GVV bis hin zu den Betrieben. Gemeinsam wurden auch die Kosten von rund 3000 Euro finanziert. Das Werk liegt beispielsweise in allen Touristinformationen der Region aus. Werden von der Touristinfo Prospekte an potenzielle Gäste rausgeschickt, wird künftig immer auch eine Broschüre dabei sein. Aber auch im Internet ist die Broschüre zu finden. Wichtige Zielgruppe: die Touristen. Potenzial wird nicht ausgeschöpft: Die Touristen hat der GVV schon länger verstärkt im Blick. "Das ist unsere Chance, im Wettbewerb mit dem Internet auf Dauer als attraktive Einkaufsstadt zu bestehen", ist der Vorsitzende Wilhelm überzeugt. Deshalb hat der GVV schon seit längerem seine Anstrengungen in Sachen "Shoppingtourismus" verstärkt, denn eine Studie hat aufgezeigt: Das Potenzial in diesem Segment wird in Daun und Umgebung nicht ausgeschöpft. "Ganz klar: Wir leben auch vom Tourismus, und spüren es auch gleich, wenn nur wenige Gäste in der Stadt sind", sagt Stefan Minninger. Mit Blick auf die Touristen wird deshalb laut Michaela Schenk auch schon über eine mehrsprachige Variante der Broschüre nachgedacht, konzipiert vor allem fürs Internet. "Wir können uns nicht aller Auswirkungen durch den Trend zum Einkauf im Internet erwehren, aber wir schauen auch nicht tatenlos zu", sagt GVV-Chef Dieter Wilhelm. Und was die Leerstände in der Stadt angeht: "Bei einigen gibt es schon ernsthafte Interessenten, die nach Daun kommen wollen." Extra

Innenstadt statt Internet: Dauner machen mobil

Was im Tourismus längst üblich ist, wird seit einiger Zeit in Rheinland-Pfalz auch auf Städte und Gemeinden übertragen: ein einheitliches Service-Qualitätssiegel. Die Initiative Qualitätsstadt wendet sich an alle Dienstleister, egal ob Gastronomie, Handel, Handwerk, Hotellerie, Ärzte oder Rechtsanwälte. Derzeit gibt es vier Städte im Land, die das Siegel bekommen haben: neben Daun Bad Neuenahr-Ahrweiler, Hachenburg und Bernkastel-Kues. Um Qualitätsstadt zu werden, muss es in der Kommune eine Mindestanzahl an Betrieben, Einrichtungen oder Institutionen geben, die sich zertifizieren lassen wollen. Zudem muss ein städtischer Betrieb dabei sein, in Daun die Touristinfo. sts