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Ins Hotel wird weiter investiert

Ins Hotel wird weiter investiert

Die Stadt Hillesheim hat mit dem Betreiber des stadteigenen Hotels Augustiner-Kloster einen neuen Vertrag geschlossen. Er sieht leicht höhere Pachteinnahmen sowie weitere Investitionen von rund einer halben Million Euro vor. Heute stimmt der Stadtrat dem Kontrakt zu.

Hillesheim. Das Hotel Augustiner-Kloster läuft gut. "Wir sind mit der Entwicklung sehr zufrieden, unsere Erwartungen wurden übertroffen", sagt Bernd Gutjahr. Er ist neben Jörg Mintrop Gesellschafter der Augustiner-Kloster GmbH. Damit das so weiter geht, haben die Betreiber mit der Stadt Hillesheim einen neuen Pachtvertrag erarbeitet. Der Stadtrat wird ihn heute absegnen. Dabei geht es primär darum, dass in den nächsten Jahren ins Hotel investiert wird. Gutjahr sagt: "Wir müssen das Objekt fit machen für die Zukunft. Sonst ist es schnell vorbei mit der hohen Akzeptanz."
Konkret geht es um Investitionen in den nächsten drei, vier Jahren von rund einer halben Million Euro. Gutjahr sagt: "Beide Seiten haben sich verpflichtet, diese Investitionen gemeinsam zu tätigen." Aus Absichtserklärungen seien "bindende Verpflichtungen" geworden. Davon sollen die Stadt laut Stadtbürgermeister Matthias Stein (CDU) rund 40, die Betreiber 60 Prozent übernehmen.
Gutjahr weiter: "Wir sind froh, dass wir so noch in diesem Jahr investieren können." Dabei geht es primär um die Inneneinrichtung: von neuen Matratzen über Tagungsmobiliar bis hin zu einer neuen Kücheneinrichtung. Das Hotel ist rund 20 Jahre alt.
Dass sich auch die Betreiber an den Investitionen für das stadteigene Hotel beteiligen, zeige, dass sie an einem längerfristigen Engagement in Hillesheim interessiert seien. Gutjahr sagt: "Wenn wir nicht überzeugt wären vom Standort und der Entwicklung, hätten wir erstens nicht auch noch das Hotel Fasen gepachtet und zweitens auch diesen Vertrag nicht unterschrieben."
Im Gegenteil. Viel Spielraum bietet etwa noch das Thema Krimi. Es ist wichtiger Teil des Gesamtkonzeptes. Christoph Böhnke, in beiden Hotels Direktor, konkretisiert: "Im ehemaligen Hotel Fasen haben wir die Zahl der Krimizimmer von anfangs zehn auf nun 24 erhöht." Neu hinzugekommen seien unter anderem ein Appartement rund um "Toto & Harry", eines zu "Arsen und Spitzenhäubchen" und ein "Mafiazimmer".
Stadtbürgermeister Stein (CDU) sagt: "Die künftig etwas höheren Pachteinnahmen sind zwar gut, aber nicht wesentlich. Uns geht es vor allem um die längerfristige Zusammenarbeit, und dass die beiden Häuser weiter so sensationell laufen." Derzeit nimmt die Stadt 55 000 Euro Pacht ein.
Die jetzigen Betreiber nennt Stein einen "Glücksfall für uns". Daher will er vom Verkauf des Hotels, den die Kommunalaufsicht nach wie vor fordert, derzeit auch nichts wissen. Er sagt: "Das Hotel ist eine Säule der Krimikonzeption, die Hillesheim so weit vorangebracht hat. Wenn die wegbricht, würde das dem gesamten System schaden. Deshalb muss man da höchst sensibel drangehen."Meinung

Verkauf muss Thema bleiben
Der Krimi-Boom, der die Entwicklung in den beiden Hotels enorm vorantreibt und teilweise von ihnen getragen wird, hat zu einem Aufschwung in Hillesheim geführt, der von niemandem für möglich gehalten wurde. Deshalb tun Stadt und Hotelbetreiber gut daran, ihre erfolgreiche Zusammenarbeit fortzusetzen und weiter in diese Erfolgsgeschichte zu investieren. Denn ein Ende des Booms ist nicht abzusehen. Dennoch muss es weiterhin Ziel sein, das Haus zu verkaufen. Denn es ist nicht primäre Aufgabe einer Stadt, ein Hotel zu betreiben. m.huebner@volksfreund.de Die Stadt Hillesheim hat das Augustiner-Kloster 2007 für 500 000 Euro gekauft, für knapp zwei Millionen Euro saniert und erweitert und an die Augustiner-Kloster GmbH verpachtet. 2008 sorgten 7500 Gäste für 14 000 Übernachtungen und 1,3 Millionen Euro Umsatz. 2010 waren es mehr als zwei Millionen Euro. Das gilt für das Augustiner-Kloster und das benachbarte Hotel Fasen, das der Betreiber von privat gepachtet, umgebaut und als Krimihotel eröffnet hat. In beiden Hotels arbeiten 60 Mitarbeiter, davon 35 in Vollzeit sowie zwölf Auszubildende. mh