Instrumente für Mord und Totschlag

Instrumente für Mord und Totschlag

Der Krimiautor Rudolf Jagusch hat sich im Musikhaus Müller nach finsteren Fluren und Typen erkundigt und sich Instrumente zeigen lassen. Ob diese sich für Mord und Totschlag eignen, entscheidet Jagusch beim Schreiben seiner Kurzgeschichte für den KBV-Sammelband zum Krimifestival "Tatort Eifel", das im September gefeiert wird.

Daun-Pützborn. Nur drei Sekunden hatte es gedauert, bis Geschäftsinhaber Hermann Konrath und seine zwölf Mitarbeiter sich bei einer Teambesprechung einig waren, dass das Musikhaus sich für kriminalistische Recherchen eignet. "Unser Betrieb ist weitläufig", begründet Konrath die Bewerbung beim Trierischen Volksfreund und beim KBV-Verlag Hillesheim mit Blick auf das Hauptgebäude, in dem ehemals ein Supermarkt war, auf den Tunnel, der zum neuen Nebengebäude führt, auf die Testräume, durch die kein Laut nach außen dringt. "Und wir haben jede Menge höchst interessanter Kunden", sagt er. Mehr verrät er dazu nicht. Denn Diskretion ist auch in einem Musikhaus Ehrensache.
Dem Diplomverwaltungswirt und Krimischriftsteller Rudolf Jagusch gefällt das Musikhaus. So ein großes Musikgeschäft habe er noch nicht gesehen und es in einer Kleinstadt in der Eifel auch nicht vermutet.
Er findet, dass alles in sehr gepflegtem Zustand ist und penible Ordnung herrscht.
"Aber der Schein trügt", räumt er ein. "Der Schein trügt immer."
Ob es Konkurrenz gebe, fragt er den Geschäftsinhaber. "Hier in der Region nicht", sagt Konrath. Ob man darin Leichenteile verstecken könne, fragt Jagusch und deutet auf ein schwarzes glänzendes Klavier.
Hermann Konrath weiß nicht so recht. Musiker hätten einen feinen Geruchssinn, erklärt er. "Schade", bedauert Rudolf Jagusch, als Hermann Konrath die Werkstatt zur Tabuzone erklärt. Stattdessen lenkt er die Aufmerksamkeit Jaguschs auf die Gitarrenabteilung.
"Gitarre boomt zurzeit", sagt der Geschäftsmann. "Gitarristen sind die Wildesten", meint der Krimiautor und macht sich Notizen. Er schaut auf die mehreren Dutzend Schlagzeuge, die in Reihen hintereinander aufgebaut sind. "Würden Sie merken, wenn was fehlt oder anders steht?", fragt Jagusch. Konrath überlegt kurz.
"Ich glaube schon", sagt er. Und Jagusch macht sich Notizen.
Er habe jetzt drei Stories im Kopf. "Eine davon wird\'s", erklärt Rudolf Jagusch, der 43 Jahre alt ist, mit seiner Familie in Bornheim bei Bonn lebt und soeben einen "Mayen-Krimi" zu Ende geschrieben hat.
In der Kurzgeschichte für den Sammelband "Tatort Eifel" kommt auf alle Fälle Tina Fazli aus Oberstadtfeld vor; ihre Rolle hat ihr ein Gewinnspiel beschert (der TV berichtete).
"Vielleicht tue ich nur so, als wenn einer umgebracht worden wäre", sagt Rudolf Jagusch noch. Ob man ihm das glauben soll? Der Schein trügt immer.