Internationale Begegnung über Gräbern

Gerolstein · Auf dem zentralen deutschen Soldatenfriedhof im niederländischen Ysselsteyn haben zehn Eifeler Reservisten Instandsetzungsarbeiten geleistet. Kontakt bekamen sie dabei zu einer internationalen Jugendgruppe.

 Eifeler Reservisten setzen die Ziegelsteinmauer am Eingang des Soldatenfriedhofs in Ysselsteyn instand. Foto: Privat

Eifeler Reservisten setzen die Ziegelsteinmauer am Eingang des Soldatenfriedhofs in Ysselsteyn instand. Foto: Privat

Gerolstein. Den Rasen mähen, Kreuze freistellen und die Mauer erneuern: Zehn Reservisten der Kreisgruppe Eifel, verstärkt durch zwei aktive Soldaten des Führungsunterstützungsbataillons 281 aus Gerolstein, sind im niederländischen Ysselsteyn, Provinz Südlimburg, für den Verein Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge tätig gewesen. Auf dem zentralen deutschen Soldatenfriedhof haben sie Instandsetzungs- und Pflegearbeiten geleistet.
Mehr als 31 500 deutsche Soldaten haben hier auf einem 28 Hektar großen Gelände in der Heide- und Moorlandschaft De Peel ihre Ruhestätte erhalten. Bei schwülwarmem Wetter und teilweise heftigen Gewittern mähte ein Teil der Gruppe die riesige Rasenfläche zwischen den Grabkreuzen. Die Kreuze freigestellt. Die zweite Hälfte der Gruppe setzte die 50 Meter lange Ziegelsteinmauer am Eingang zum Friedhof instand.
Hier galt es, zuerst mit Hilfe eines Hochdruckreinigers die Mauer von Moos und Algen zu säubern und die ausgeschwemmten Fugen von losem Mörtel zu befreien. Dann wurden rund zwei Zentner Fugmörtel fachgerecht eingebracht.
Im Jugendcamp unmittelbar beim Friedhof, in dem die Eifeler Reservisten untergebracht waren, verbrachte auch eine internationale Jugendgruppe ihre Ferienfreizeit.
So saßen Reservisten und Jugendliche jeden Abend gemeinsam beim Lagerfeuer und unterhielten sich - zumeist auf Englisch. Die Jugendgruppe revanchierte sich für das tägliche Anzünden des Lagerfeuers durch die Reservisten mit einem internationalen Mittagessen.
So lernten die Eifeler Spezialitäten aus Portugal, der Türkei, Slowenien und den Niederlanden kennen. Jung und Alt saß bunt gemischt an einer langen Tafel und speiste gemeinsam. "Schöner kann Versöhnung über den Gräbern nicht sein", waren sich die Eifeler einig.
Den Abschluss des Aufenthaltes bildete eine Gedenkfeier auf dem Friedhof. Ein 84-jähriger Niederländer jüdischen Glaubens, der die Schreckenszeit der deutschen Besetzung der Niederlande erlebt und die Gefangenschaft in verschiedenen KZs überlebt hatte, trug besinnliche Verse vor zum Gedenken an alle Opfer des Zweiten Weltkriegs. Der Leiter der Gerolsteiner Gruppe, Stabsfeldwebel der Reserve Georg Schwendemann, legte einen Kranz nieder. red

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