Internetversorgung ist besser als erwartet

Internetversorgung ist besser als erwartet

Der Kreis Vulkaneifel plant einen flächendeckenden Ausbau von schnellem Internet. Dazu will er stellvertretend für alle Orts- und Verbandsgemeinden Fördergelder bei Bund und Land beantragen. Die erforderliche Summe hat sich nach der Aktualisierung der Daten deutlich reduziert.

Daun. Schnelles Internet für alle: Das haben sich Bundes- und Landesregierung auf die Fahne geschrieben. Um aktiv zu werden, braucht es aber erst einmal eine Bestandsaufnahme, mit der der Kreis Vulkaneifel im Frühjahr die TÜV Rheinland Consulting GmbH beauftragt hatte. Bei der ersten Erhebung wurde festgestellt, dass etwas mehr als die Hälfte aller Haushalte im Kreis schnelles Internet nutzen könne. Gemeint sind Geschwindigkeiten von mehr als 30 Megabit pro Sekunde (siehe Extra). Zu wenig aus Sicht des Kreises, denn gerade für den ländlichen Raum seien leistungsfähige Breitbandanschlüsse eine wesentliche Voraussetzung für wirtschaftliches Wachstum, mehr Beschäftigung und die Beibehaltung der Attraktivität des gesamten Kreisgebiets.
Der Kreis hat sich das Ziel gesteckt, dass bis Ende 2018 mindestens 95 Prozent aller Haushalte über schnelles Internet verfügen sollen. Das zu Beginn des Projekts vorgenommene Markt erkundungsverfahren und die vom TÜV aus dem Breitbandatlas ausgewerteten unterversorgten Bereiche hätten eine hohe Zahl an unterversorgten Haushalten und Gewerbegebieten erwarten lassen. Doch nachdem der Status quo über Abfragen bei allen Ortsgemeinden aktualisiert worden ist, ergibt sich eine deutlich andere Situation. Die Zahl der zu versorgenden Haushalte hat sich von ursprünglich 63 Gemeindenmit etwa 9 300 Haushalten ohne schnelles Internet auf nun nur noch 37 Orte mit rund 2 500 Haushalten reduziert. Entsprechend niedriger fällt auch die erforderliche Investitionssumme aus. Sie war - basierend auf der ersten Erhebung - auf rund 18 Millionen Euro geschätzt worden. Nun sind es noch etwa 6,3 Millionen Euro, für den Ausbau bei den Privathaushalten 5,1 Millionen und für den Ausbau der Gewerbegebiete 1,2 Millionen. Diese Summe muss der Kreis allerdings nicht selber stemmen, 90 Prozent der Ausbaukosten sollen von Bund und Land übernommen werden. sts
Extra

Megabit pro Sekunde (Mbit/S) gibt an, mit welcher Geschwindigkeit Daten im Internet übertragen werden. Sechs bis acht Mbit pro Sekunde genügen, um im Internet zu surfen, Nachrichten zu lesen, E-Mails abzurufen, Online-Banking abzuwickeln oder Musik herunterzuladen. Internetseiten mit hochauflösenden Fotos und Filmen lassen sich nur noch mit schnellen Breitbandverbindungen von mindestens 16 Mbit schnell öffnen. Mit 50 Mbit pro Sekunde kann über den Internetanschluss gleichzeitig telefoniert, gesurft und ferngesehen werden. sts