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Interview mit Vorstandsmitglied Alt der Kreissparkasse Vulkaneifel

Regionale Wirtschaft : Stephan Alt von der Kreissparkasse Vulkaneifel: „Es besteht kein Anlass für Schwarzmalerei“

Die zweite Welle ist da: Bund und Länder haben Einschränkungen beschlossen, um die Corona-Infektionszahlen unter Kontrolle zu bringen. Über mögliche Folgen für die Wirtschaft im Kreis Vulkaneifel hat TV-Redakteur Stephan Sartoris mit dem Vorstandsmitglied der Kreissparkasse (KSK) Vulkaneifel, Stephan Alt (56 Jahre alt, seit 2015 bei der Bank), gesprochen.

Ihr Kollege Dietmar Pitzen war Anfang Juli vorsichtig optimistisch, was die wirtschaftliche Entwicklung nach dem Corona-Schock im Frühjahr anging. Und hoffte darauf, dass es keine zweite Welle gibt. Nun ist sie da, die zweite Welle.

Stephan Alt: Der vorsichtige Optimismus des Kollegen war angebracht, denn die Auswirkungen der ersten Welle haben sich im Kreis Vulkaneifel glücklicherweise in überschaubaren Grenzen gehalten. Hotellerie und Gastronomie sind beispielsweise ganz gut über den Sommer gekommen. Aber natürlich werden die nun beschlossenen Regelungen die Gastronomen besonders hart treffen, und das schon zum zweiten Mal in diesem Jahr.

Wie geht es der Wirtschaft im Kreis momentan allgemein?

Alt: Nach wie vor gilt: Unsere regionale Wirtschaft zeichnet sich dadurch aus, dass sie durchweg eigentümergeführt ist und gute Eigenkapital-Quoten aufweist. Die Unternehmen haben die guten Jahre genutzt und sich, so weit das möglich ist, für Krisenzeiten gewappnet. Die Geschäftsmodelle der Firmen vor Ort sind tragfähig, belastbar und durchweg gesund. Ich bin zuversichtlich, dass das auch in der sogenannten zweiten Welle und den damit verbundenen Auswirkungen so sein wird. Aber klar: Ein erneuter Lockdown, von dem ich hoffe, dass es einer mit Augenmaß sein wird, wird Konsequenzen haben. Hinter den erkennbaren Erholungstendenzen werden Fragezeichen stehen, aber dennoch besteht kein Anlass für übertriebene Schwarzmalerei. Ich mache mir um die Vulkaneifel insgesamt keine existenziellen Sorgen, wenn es keine dramatischen Verschärfungen gibt.

Und wie geht es der KSK selbst?

Alt: Auch hier gilt: Verhaltener Optimismus ist angesagt, was die Geschäftsentwicklung angeht. Wenn nichts ganz Schlimmes passiert, werden wir unsere Ziele für 2020 erreichen. Aber das gilt Stand Donnerstag, 29. Oktober, denn niemand kann sagen, was noch kommen könnte.