INTERVIEW

Klaus Schäfer, Jahrgang 1960, ist Geschäftsführer der Eifel-Tourismus-GmbH, die auch den nordrhein-westfälischen Teil der Eifel umfasst. Im TV-Interview erläutert er, wie er sich die Entwicklung des Tourismus' in der Region vorstellt.

2006 hatte die Eifel rund 4,4 Millionen Übernachtungen mit einem leichten Rückgang von 1,6 Prozent. Wie wird sich dies in Zukunft entwickeln?Schäfer: Ich hoffe, dass wir in diesem Bereich bleiben können. Dies wird entscheidend davon abhängen, ob wir die Anzahl der Betten und Betriebe auf dem jetzigen Niveau halten können oder sogar neue Betriebe dazu bekommen. Ich schätze, wir werden uns in den nächsten Jahren in diesem Bereich von 4,4 Millionen Übernachtungen mit zwei bis fünf Prozent plus oder Minus bewegen. Bereitet es Ihnen Sorge, dass immer mehr Kurzurlaube gemacht werden?Schäfer: Wir sollten diese Herausforderung annehmen und die Chance aufgreifen. Wir haben den Riesenvorteil, von Ballungszentren umgeben zu sein. Es gibt rund 46 Millionen Tagesreisen im Jahr in die Eifel. Wenn diese Reisenden jährlich nur zehn Euro mehr hier ausgeben würden, wäre das fast eine halbe Milliarde mehr Umsatz. In den Kurzurlauben schlummert also noch ein großes Potenzial. Wie hoch ist denn die Wertschätzung durch den Tourismus in der Eifel?Schäfer: Die liegt nach Analysen unabhängiger Institute bei etwa 1,3 Milliarden Euro. Der Tourismus bietet zudem den Menschen in der Region ungefähr 50 000 Arbeitsplätze. Was zieht denn die Leute in die Eifel?Schäfer: Die intakte Landschaft. Die Eifel ist zudem Kulturland, wie die Straße der Römer zeigt, Burgen und Festungen sind ebenso Zeugnisse bewegender Geschichte. Heute prägen zudem viele hochkarätige Kulturevents wie die Monschau- Klassik, die Burgfestspiele Mayen oder "Tatort Eifel" das aktuelle Kulturerlebnis. Der European Geopark, der Nationalpark Eifel sowie die Naturparks Nord- und Südeifel sind die Grundlagen für Naturerlebnisangebote. Welche Bereiche müssen und können für die Zukunft noch stärker ausgebaut werden, um den Tourismus voran zu bringen?Schäfer: Wir wollen stärker auf die Individualisierung der Nachfrage eingehen. Wir müssen also im Tourismus Maß geschneiderte, auf die Urlaubsbedürfnisse abstimmte Produkte anbieten - zum Beispiel spezielle Angebote für Familientouren, Genuss oder die Sonntagswanderung. Was wird denn in Zukunft die größte Rolle für einen Urlaub in der Eifel spielen?Schäfer: Die Gäste werden die Natur aktiv und gesund für sich genießen wollen. Welche Rolle spielt der Geotourismus für die Eifel?Schäfer: Der Vulkanismus versetzt uns in die einmalige Lage, uns von den anderen Regionen ein Stück weit abzuheben. Vulkanismus ist Spannung, Feuer, Wasser und Action. Die Eifel Tourismus arbeitet seit 2003 mit Nordrhein-Westfalen zusammen und auch mit Luxemburg und Belgien. Hat sich das bewährt?Schäfer: Es ist sogar bereits ein Stück Partnerschaft, Freundschaft und Vertrauen entstanden. Minister Gentges, der stellvertretende Ministerpräsident der deutschsprachigen Gemeinschaft in Belgien, unterstützt unsere Arbeiten wie hier auf der ITB jedes Jahr. Auch in den Ardennen ist der Tourismus eine wichtige Wirtschaftbranche. * Die Fragen stellte unser Mitarbeiter Helmut Gassen.