Investitionen mit gebremstem Schwung

Hillesheim · Der Etat der Verbandsgemeinde Hillesheim für 2014 ist ausgeglichen und entlastet die Dörfer. Vor dem Hintergrund der ungeklärten Fragen, mit wem Hillesheim künftig fusioniert und was mit der Augustiner-Realschule passiert, bleiben die Investitionen aber überschaubar.

Hillesheim. 400 000 Euro will die Verbandsgemeinde (VG) Hillesheim im kommenden Jahr ausgeben, um Feuerwehren, Schulen und Kindergärten instand zu halten und auf Vordermann zu bringen. Aufwendungen und Investitionen heißt das auf Verwaltungsdeutsch. "Für die Schulen stellen wir 240 000 Euro bereit", sagt Bürgermeisterin Heike Bohn (parteilos) mit Bezug auf den Empfehlungsbeschluss des Haupt- und Finanzausschusses. Die letztliche Entscheidung über den Etat und damit die Verteilung des Geldes trifft aber der VG-Rat in seiner Sitzung Anfang Dezember.
Für Reparaturen und Erneuerungen sind in der Grundschule in Hillesheim 50 000 Euro vorgesehen (für die Sanierung der Außentoiletten), in der Grundschule in Üxheim 25 000 Euro (für die Modernisierung der Mädchentoiletten; die der Jungs sollen 2015 saniert werden). Weitere 30 000 Euro sind an Planungskosten für die komplette Erneuerung der Brandschutzeinrichtungen vorgesehen. Die eigentlichen Baukosten dafür werden derzeit mit 200 000 Euro beziffert, die Umsetzung ist aber erst für 2015 vorgesehen.
Der dickste Batzen im Bereich der Schulsanierung entfällt mit 80 000 Euro auf die Augustiner-Realschule Hillesheim. "Das ist noch immer ein gebremstes Engagement", sagt Bürgermeisterin Bohn und liefert auch gleich die Begründung mit: "Wir wissen sehr wohl, dass für die Schule eine Generalsanierung geboten ist, die wir auch auf jeden Fall vor 2020 etappenweise in Angriff nehmen wollen."Ungeklärte Fragen


Aber schließlich sei ja noch die Frage ungeklärt, wer künftig die Schulträgerschaft innehabe. Denn: Erstens wollen die Hillesheimer, dass an der Einrichtung eine Fachoberschule angedockt wird, womit die Trägerschaft automatisch auf den Kreis übergehen würde. Aber die letztliche Entscheidung darüber steht noch aus. Zweitens, so Bohn, "gibt es ja auch noch den Antrag, auch ohne Fachoberschule die Trägerschaft an den Kreis abzugeben". Aber auch dazu fehlt noch das endgültige Votum.
Über die Sanierungsarbeten hinaus werden für den Kauf neuer Tische, Stühle, Computer und anderer Einrichtungsgegenstände und Lehrmaterialien weitere 55 000 Euro bereitgestellt. Für die Wehren des Hillesheimer Landes werden 110 000 Euro ausgegeben. 50 000 Euro davon sind noch für den Umbau des Feuerwehrgerätehauses in Hillesheim sowie 20 000 Euro für das neue Einsatzleitfahrzeug der Hillesheimer Wehr. Das ist bereits bestellt und kostet insgesamt 105 000 Euro. Der Rest ist da für weiteres Digitalfunk-Equipement und sonstige neue Ausrüstung.
Darüber hinaus beteiligt sich die VG mit 17 500 Euro an einer neuen Flutlichtanlage an der zentralen Sportstätte in Hillesheim und gibt 26 000 Euro für die Kindertagesstätten in ihrem Bereich und weitere 10 000 Euro für Öffentlichkeitsarbeit und eine neue Homepage aus.
Positivster Aspekt des neuen Zahlenwerks ist für die Bürgermeisterin, "dass wir den Etat ausgleichen und die Umlage, die die Dörfer zu zahlen haben, senken werden".
Für die Investitionen werden 110 000 Euro neue Kredite aufgenommen, dank ähnlich hoher Tilgung bleibt der Schuldenstand der VG bei rund zwei Millionen Euro.Meinung

Verschenkte Jahre
Der Etat 2014 der Verbandsgemeinde Hillesheim offenbart, dass die vergangenen zwei, drei Jahre verschenkt waren. Während sich die Rathausspitze und die Fraktionsführungen in unzähligen Sitzungen (und doch erfolglos) mit der Frage beschäftigt haben, mit welcher Nachbarkommune eine Fusion am ehesten möglich sei, sind andere Themen liegen geblieben. Zwei Beispiele: Da ist erstens die Zukunft der Realschule plus in Hillesheim. Die Einrichtung ist dringend sanierungsbedürftig, aber solange niemand weiß, ob es in der künftigen VG zwei oder drei ähnliche Schulen geben wird, wird nur das Nötigste gemacht. Das spiegelt der 2014er-Etat wider, der gerade einmal 80 000 Euro für die Behebung der dringendsten Mängel in der Schule vorsieht. Hinzu kommt, dass weiterhin unklar ist, ob der Kreis nicht doch noch die Schulträgerschaft übernimmt - wie mittlerweile von Hillesheimer Seite aufgrund der immensen Kosten gewünscht. Zweitens ist da das Thema Demografie, das nicht einmal ansatzweise erörtert wurde. Doch natürlich werden auch die Dörfer des Hillesheimer Landes schon in naher Zukunft mit Leerständen in den Ortskernen, mit Mobilitätsproblemen der zunehmend älter werdenden Bevölkerung und, und, und zu tun haben. Der dementsprechende Posten im Etat: 0 Euro. Höchste Zeit, das Augenmerk wieder auf die Themen zu wenden, die selbst beeinflusst werden können. m.huebner@volksfreund.de