J ugend protestiert und lädt Politiker ein

J ugend protestiert und lädt Politiker ein

Mit Kürzungen an vielen Stellen erreicht die Verbandsgemeinde (VG) Hillesheim den von der Kommunalaufsicht geforderten Haushaltsausgleich. Die Jugend, deren Etat um zehn Prozent gekürzt wurde, hat im Rathaus protestiert und die Kommunalpolitiker zum Gespräch eingeladen.

Hillesheim. "Diesen Haushalt muss die Kommunalaufsicht nun aber genehmigen, sonst bin ich mit meinem Latein am Ende." Mit diesen Worten kommentierte Bürgermeisterin Heike Bohn (parteilos) den überarbeiteten Etat der VG Hillesheim. Der hat das ursprüngliche Loch von 150 000 Euro geschlossen und ist nun ausgeglichen - wie von der Kommunalaufsicht gefordert.
Doch Zufriedenheit wollte von keiner Seite so recht aufkommen. Beim Rat nicht, weil die Einsparungen an manchen Stellen als besonders schmerzhaft erachtet werden. Bei den Ortsgemeinden nicht, weil die VG-Umlage nun doch gegenüber dem 2012er-Plan um 0,5 Prozentpunkte erhöht wird, was für die Dörfer eine Mehrbelastung von 30 000 Euro bedeutet. Und auch bei den Betroffenen der Kürzungen nicht. So werden Umbau- und Unterhaltungsarbeiten zeitlich gestreckt. Etwa in den Schulen oder bei der Feuerwehr. Beispielsweise wird der Umbau des Feuerwehrgerätehauses in Hillesheim nun in zwei Bauabschnitte unterteilt und somit zeitlich gestreckt. 2013 werden 100 000 Euro statt 150 000 Euro bereitgestellt, der 50 000 Euro umfassende zweite Bauabschnitt wird 2014 realisiert. Die Raumnot, unter der die Wehr seit Jahren leidet, zieht sich also noch etwas länger hin.
5000 Euro weniger


Oder die Jugendarbeit. Die lässt sich die VG jährlich nur noch 50 000 Euro statt bislang 55 000 Euro kosten und beschäftigt damit unter anderem eine Jugendpflegerin für 25 Stunden in der Woche (seit 2009 Rita Blum). Bürgermeisterin Bohn hat zwar einen privaten Förderer gefunden, der diese Lücke künftig schließt. Dennoch kursiert bei der Jugend weiterhin die Befürchtung, dass nach der Kürzung der öffentlichen Mittel zunächst des Kreises und nun auch der VG die Jugendarbeit bald komplett infrage gestellt werden könnte. Daher kam sie zu knapp zwei Dutzend und "bewaffnet" mit mehreren Plakaten ("Ist euch egal, was aus uns wird?") zur jüngsten VG-Ratssitzung ins Rathaus nach Hillesheim, um ihren Unmut zu artikulieren.
Und sie haben die Ratsmitglieder für übernächste Woche ins Haus der Jugend zu Kaffee und Kuchen, der Präsentation ihrer Arbeit und eben zum gemeinsamen Gespräch eingeladen. Oder wie es Marie-Louise Seelig aus Hillesheim auf den Punkt brachte: "Um den Herrschaften mal zu zeigen, wie es bei uns läuft und was so alles abgeht."
Bürgermeisterin Bohn bedankte sich bei den Jugendlichen für ihren Besuch und die Einladung und sagte: "Ich würde mich freuen, wenn ihr öfter kommen würdet. Obwohl ich nicht weiß, ob ihr unsere Sitzung spannend findet oder sich euch eher etwas fremd vorkommt." mh

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