Kolumne Pitter: Jean-Claude und die richtige Portion

Kolumne Pitter : Jean-Claude und die richtige Portion

Zwischen Schnee, Nebel und Regen mogelt sich nun doch die fünfte Jahreszeit in die Eifel. Sonst unauffällige Menschen erwärmen sich fürs Schunkeln, für eine individuell passende Portion stimmungsfördernder Getränke und für Kostüme.

Ich freu mich schon wieder drauf: Herren im Cowboy-Outfit, Damen im Leopardenfell, welches von Mutter Natur einst dazu ausersehen wurde, Gefahr zu signalisieren. In der Polyacryl-Version birgt es jedoch allein die Gefahr einer Erkältungskrankheit der Trägerin, aber das wird gern in Kauf genommen. Her mit den bunten Tupfern in der eher farblosen winterlichen Landschaft!

Durch diese streifen auch die ersten Karnevalsflüchtlinge aus den rheinischen Frohsinns-Hochburgen: geduckte Gestalten, oft mit Hund, die stumm ihre Runden um die Maare drehen. Im Vergleich zum Helau und Alaaf in Köln oder Mainz nämlich ist die Eifel selbst zu den tollsten Tagen ein Hort der Ruhe und Besinnlichkeit.

Aber auch wir sind bewiesenermaßen zu wahrer Narretei fähig – wenn nötig, gerne auch ganzjährig.

Ich stürze mich jedenfalls wieder ins Getümmel, noch unentschieden, ob mit breitkrempigem Hut und Sporen oder vielleicht doch im tierischen Plüsch.

Oder ich geh als Jean-Claude Juncker, dann darf man verkleideten Jecken oder zufällig vorbeikommenden Staatsfrauen oder-männern die Haare zerzausen. Der ist so, auch ganz individuell passende Portion stimmungsfördernder Getränke...