1. Region
  2. Vulkaneifel

Jens Koppka ist neuer Leiter des Naturkundemuseums Gerolstein.

Menschen : Neues Gesicht inmitten uralter Steine

Das Naturkundemuseum Gerolstein hat einen neuen leitenden Geologen: Jens Koppka. Er sieht den Schwerpunkt seiner Tätigkeit in der wissenschaftlichen Arbeit und Zusammenarbeit mit dem Naturhistorischen Museum Maastricht.

Für Anne-Claire Atzion ist es bereits der siebte Geologe in ihrer Dienstzeit. Sie ist seit Mai 1987 im Naturkundemuseum beschäftigt und sie glaubt: . „Es wird sich jetzt einiges verändern.“  Nun kommt nämlich Jens Koppka, Diplom-Geologe und Paläontologe, außerdem ein weltweit anerkannter Präparator von Trilobyten (siehe Extra) und mit der Szene bestens vernetzt. „Das ist meine, wenn auch sehr professionelle Leidenschaft“, sagt Koppka, 43, gebürtiger Rostocker.

Aus einem mitgebrachten Rucksack zieht er eine seiner Arbeiten hervor, einen vor Jahrmillionen in Stein eingeschlossenen, etwa acht Zentimeter langen und pechschwarzen Gliederfüßer, den er in Dutzenden von Stunden aus seinem steinernen Gefängnis befreit hat.

Koppka, der wie alle seine Vorgänger auch, die Vulkaneifel als Geologen-Paradies empfindet, setzt den Schwerpunkt seiner Tätigkeit im Naturkundemuseum auf wissenschaftliche Arbeit und Kooperation mit Kollegen wie Alart van Viersen vom Naturhistorischen Museum Maastricht, mit dem er bereits in Marokko auf Trilobyten-Jagd ging.

„In der Eifel gibt es noch zahlreiche unbekannte Arten zu finden und zu katalogisieren“, sagt der Geologe. Trilobyten sehe er als einen neuen und festen Bestandteil der Ausstellung, „weil sie die Menschen faszinieren“. Doch auch den bisherigen und reichen Bestand des Naturkundemuseums an Mineralien und Fossilien will Koppka nicht etwa vernachlässigen: „Dafür ist die Eifel weltbekannt – und es wäre wünschenswert, wenn das Naturkundemuseum ein Anlaufpunkt für die weltweit existierenden Sammler und Experten wird. Auch sie will ich mobilisieren und unter die Fittiche des Museums nehmen.“

Allesamt gute Ideen, die den Gerolsteiner Stadtrat überzeugten. Im Gegensatz zu seinem Vorgänger Peter Bitschene, der das Museum von der Stadt gepachtet hatte, übernimmt Koppka die Institution als Angestellter der Stadt. „Wir sind alle der Meinung, dass es ein richtiger Schritt ist“, sagt Gerolsteins Stadtbürgermeister Friedhelm Bongartz (CDU).   „Mit Jens Koppka gewinnen wir einen promovierten Geologen, der ein festes Gehalt seitens der Stadt erhält, teils aber wissenschaftlich freiberuflich arbeitet“, ergänzt Bongartz  Gut für den Standort Gerolstein, es ist der richtige Mann am richtigen Fleck.“ Ob denn ein weiterer Pächter nicht im Interesse der Stadt gewesen wäre – diese Frage habe sich nicht gestellt, sagt Bongartz: „Um eine Pacht des Museums hat sich niemand beworben.“

Anne-Claire Atzion und Jens Koppka jedenfalls sind mit der Ausgangssituation zufrieden. „Ein erster Rundgang hat gezeigt, dass im Museum Renovierungsbedarf herrscht,“ sagt Koppka, der erst vor einigen Tagen in Neroth eingezogen ist und bisher „aus dem Umzugskarton lebt“. Da sei es selbstverständlich positiv, dass die Stadt der Hausherr sei und die anstehenden Arbeiten übernehme. Alle bislang bestehenden Kooperationen, wie die mit der Jugendherberge und der Tourist-Information Gerolsteiner Land, sollen bestehen bleiben, sagt der Geologe. „Ich muss mich aber erst einmal zurecht finden – aber das wird noch.“