"Jetzt Klarheit schaffen"

"Jetzt Klarheit schaffen"

DAUN. Am 30. August 2006 läuft der auf zehn Jahre geschlossene Vertrag zwischen dem Verein "Musikschule Landkreis Daun" und dem Kreis Daun als Zuschussgeber ab. Zurzeit wird beraten, ob der Zuschuss erhöht wird. Eine Entscheidung soll bei der nächsten Kreistagssitzung am 14. März fallen.

Die Musikschule vor der Auflösung? Seit einiger Zeit kursiert das Gerücht. Bislang allerdings nur hinter vorgehaltener Hand, nun aber gehen Musikpädagogen aus dem Kreis in die Öffentlichkeit und äußern Besorgnis über die Zukunft der Musikschule (siehe Extra). Herbert Schneiders, CDU-Fraktionsvorsitzender im Kreistag, und sein SPD-Kollege Wolfgang Jenssen widersprechen: "Von einer Schließung kann überhaupt keine Rede sein. Es wird über die Finanzierung diskutiert." Seit den 70-er Jahren gibt es eine Musikschule im Kreis Daun, zuerst als Zweckverband organisiert, dann komplett in Trägerschaft des Kreises stehend mit einem Investitionsvolumen von zuletzt etwa 260 000 Euro im Jahr.1996 in einen Verein umgewandelt

Angesichts der finanziellen Situation des Kreises wurde Mitte der 90er Jahre beschlossen, die Musikschule zu privatisieren. Für diese Entscheidung gab es jede Menge Kritik, so fürchteten viele damals, dass die Qualität des Unterrichts schlechter werde und die Musikschule in ihrer Existenz gefährdet sei. Aber der Protest war erfolglos: Zum 1. September 1996 war die Einrichtung als "Musikschule Landkreis Daun e.V." in einen Verein umgewandelt worden. Für 2004 stehen 547 000 Euro auf der Ausgabenseite des Vereinsetats, davon 514 000 Euro Personalkosten. Eingenommen wurden rund 290 000 Euro an Schulgeld, der Kreiszuschuss von 128 000 Euro, der Landeszuschuss von 42 000 Euro sowie Spenden und Mitgliedsbeiträge von 72 000 Euro. Hauptsponsor ist die Kreissparkasse Daun. Das Defizit von rund 11 000 Euro wurde aus dem Kassenbestand beglichen. Am 30. August 2006 läuft der auf zehn Jahre geschlossene Vertrag zwischen dem Verein und dem Kreis aus. Wenn nicht einer der beiden Partner bis zum 30. August 2005 kündigt, verlängert sich der Vertrag automatisch um weitere fünf Jahre. "Wir müssen jetzt Klarheit schaffen, wie es 2006 weiter geht", erklärt Helmut Klassmann, Geschäftsführer des Musikschul-Trägervereins. Sie könne nur weiter geführt werden, wenn eine finanzielle Änderung eintrete. An eine Erhöhung des Schulgelds sei zurzeit nicht gedacht, betont er. Blieben nur zwei Alternativen: "Die Erhöhung des Kreiszuschusses oder Einsparungen beim Verein." Klassmann ist seit 1996 Geschäftsführer, und auch die übrigen Vorstandsmitglieder sind von Anfang an dabei: Willi Haas (Vorsitzender), Ursula Kampke (stellvertretende Vorsitzende), Bernd Engelhaupt und Dieter Grau (Beisitzer). Helmut Schmitz ist pädagogischer Leiter, Ute Betten die Personalvertreterin. Zurzeit werden rund 800 Schüler von 25 Lehrkräften an mehr als 20 Orten im Kreis unterrichtet. Derzeit finden die Beratungen in den Fraktionen des Kreistages und im Kultur- und Schulausschuss statt. Am 14. März steht das Thema auf der Tagesordnung der Kreistagssitzung. "Ich hoffe, dass es gelingt, die Finanzsituation so zu gestalten, dass der Weiterbetrieb der Musikschule möglich ist", sagt Klassmann. Immerhin habe die Einrichtung eine Menge in die Waagschale zu werfen: ein hohes Niveau in der musikalischen Ausbildung, ein flächendeckendes Angebot, Unterricht in allen Instrumenten, Gewährung von Sozialermäßigung. Die Marschrichtung der CDU: "Wir plädieren dafür, den Vertrag zu verlängern zu den bisherigen Konditionen. Das heißt; Der Kreiszuschuss wird nicht erhöht", kündigt Schneiders an.