Jubel, Trubel, Nüchternheit

DAUN. (red) Viel Zuspruch, gegenseitige Hilfe und Anerkennung für die Teilnehmer hat es beim Ehemaligentreffen der drei Dauner Kliniken zur Behandlung von Abhängigkeiten auf der Thommener Höhe gegeben.

Insgesamt waren es fast 2000 ehemalige Patienten aus der gesamten Bundesrepublik und dem angrenzenden Ausland, die anlässlich der Ehemaligentreffen der drei Dauner Klinken ihre Klinik wieder besucht hatten. Bei strahlendem Sonnenschein trafen sich Ehemalige auch auf der Thommener Höhe, um sich über ihre Erfahrungen auszutauschen und um zu schauen, wer es aus der eigenen Gruppe noch geschafft hat, weiterhin abstinent zu bleiben. Eine weitere beliebte Beschäftigung an diesem Tag: ein Schwätzchen mit dem ehemaligen Therapeuten. Ein immens wichtiger Punkt war für die ehemaligen Patienten natürlich auch, die gemachten "trockenen" Erfahrungen an die Patienten, die noch im Schutzraum der Klinik sind, weiterzugeben. Als wichtige Hilfe stehe dabei der Anschluss an eine Selbsthilfegruppe an erster Stelle, so die einhellige Erfahrung der Ehemaligen, denn draußen nach der Therapie fange die richtige Therapie erst an, wenn das Gelernte in die Tat umgesetzt werden müsse. Ein besonderer Höhepunkt für die Anwesenden war die Auszeichnung von ehemaligen Patienten für längere Abstinenz. "Lieber einmal Daun als immer high" lautete das Motto auf den bronzenen, silbernen und goldenen Medaillen für eine 10-, 20- und auch 30-jährige Abstinenz. Sehr gerührt nahmen unter dem großen Beifall aller Gäste die betreffenden Ehemaligen ihre Auszeichnung entgegen. Der ökumenische Gottesdienst gehörte genauso zum Programm wie der schon zur Tradition gewordene "Talk auf Thommen" - dieses Mal mit dem Thema der "Notwendigkeit der Krise", an dem 250 interessierte Gäste teilnahmen. Weitere Programmpunkte waren das "berufliche Nachcoaching", Gesprächskreise für Angehörige und die notwendige Hilfe für rückfällige Ehemalige. Der Abend wurde gestaltet mit Shows, Musik und Tanz, der bis in den frühen Morgen dauerte. Es sei sehr beeindruckend, so ein Besucher aus Berlin, so viele Alkoholiker und Medikamentenabhängige auf einem Platz zusammen zu sehen, die alle trocken und zufrieden seien, die Lebensfreude pur ausstrahlten und ohne Scheu zu ihrer überwundenen Abhängigkeit ständen. "Das macht Mut!" fand Gerda K. aus Bergheim, die kurz vor ihrer Entlassung steht. Die nächste Veranstaltung der Kliniken Daun ist die Fachtagung für Selbsthilfegruppen am 2. September. "Der Körper als (Sucht-)Partner" ist das Thema, bei dem von kompetenter Seite zusammen mit den Mitgliedern von Selbsthilfegruppen die Gemeinsamkeiten von psychosomatischen Erkrankungen und Abhängigkeiten in Workshops diskutiert und hinterfragt werden. Aber auch Themen, wie Spielsucht und Online-Sucht, Burn-Out und Kinder aus suchtbelasteten Familien stehen auf der Tagesordnung. Für weitere Auskünfte stehen Andrea Ehses (Telefon 06592/201-1181) und Winfried Haug (06592/201-1180) zur Verfügung. Informationen gibt es außerdem im Internet unter www.ahg.de und www.kliniken-daun.de