Jugendliche lernen, Leben zu retten
Gillenfeld · Rekord! Eine solch große Gruppe von neuen Rettungsschwimmern in einem Lehrgang hat es bei der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) Gillenfeld seit ihrer Gründung vor 45 Jahren noch nicht gegeben. 14 Jugendliche erwarben das bronzene oder silberne Abzeichen.
Gillenfeld. "Kinder sind als Nichtschwimmer eine ständige Sorge, als Schwimmer aber eine wachsende Freude." Dieser Satz gefällt der heutigen DLRG-Vorsitzenden Bettina Schäfer. Sie entdeckte ihn in einem Zeitungsbericht aus dem Jahr 1968. Hermann Weber, einer ihrer Vorgänger als Vorsitzender, hatte ihn als Motto über eine Ankündigung eines Schwimmkurses der noch jungen DLRG Gillenfeld gesetzt. Inzwischen hat die Ortsgruppe am Naturfreibad Pulvermaar Hunderten von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen das Schwimmen beigebracht.
Und sie ist auch stark in der Ausbildung von Rettungsschwimmern. Allein 14 Mädchen und Jungen haben beim letzten Durchgang das Rettungsabzeichen in Bronze oder Silber erworben. Ein Grund für die große Zahl sei die 1997 begonnene kontinuierliche Schwimmausbildung von Kindern ab vier Jahren im Hallenbad des Jugendzentrums Steineberg, erklärt Bettina Schäfer - durchschnittlich 30 in jedem Jahr. "Das zahlt sich jetzt aus", sagt sie.
Donnerstags von 16.30 bis 21 Uhr ist das Steineberger Hallenbad fest in Gillenfelder Hand - mit insgesamt 80 bis 100 Teilnehmern in den unterschiedlichen Trainingsstunden. Seit September vorigen Jahres haben dort für eine Gruppe von Zwölf- bis 15-Jährigen rettungsspezifische Inhalte auf dem Plan gestanden: Strecken- und tieftauchen, abschleppen, transportieren, fußabwärts tauchen, Kleiderschwimmen. Dazu kam eine theoretische Ausbildung an zwei Samstagen. Und schließlich die kombinierte Abschlussübung im Pulvermaar. "Das Wichtigste ist, dass die Jugendlichen keine Angst haben, auf verletzte oder in Not geratene Menschen zuzugehen", betont die DLRG-Vorsitzende Bettina Schäfer.
Verein unterstützt Ausbildung
Die DLRG finanziert die Rettungsschwimmer-Ausbildung aus den Einnahmen der kostenpflichtigen Schwimmkurse. Da aber im vorigen Jahr in Steineberg der Hubboden defekt war und deshalb keine Anfängerschwimmkurse stattfinden konnten, war auch das Geld der DLRG knapp.
"Da kam der Zuschuss, den uns Inge Lanser vom Verein für Jugendarbeit im Landkreis Vulkaneifel überreicht hat, wie gerufen", freut sich Bettina Schäfer. "Eine Rettungsabschlepppuppe, eine Monoflosse und ein Widerstandsgürtel", lautet ihre Antwort auf die Frage, wofür die 500 Euro verwendet werden.
Ehrungen: Beim Pulvermaarfest am heutigen Samstag wird folgenden Jugendlichen das Rettungsschwimmabzeichen verliehen: In Silber: Katharina Hauth, Florian Neugebauer, Lea Riebschläger, Marvin Schneiders (alle Gillenfeld); in Bronze: Julia Ackermann, Selina Ackermann (beide Ellscheid), Ramona Eis (Saxler), Ina Mayer (Gillenfeld), Melina Neidhöfer (Udler), Frans Römer (Strohn), Jana Römer (Immerath), Judith Schmitz (Udler), Patricia Thelen (Hörscheid), Eliana Welandt und Eric Welandt (beide Gillenfeld). "Ich schwimme sehr gerne, am meisten Spaß macht das mit anderen zusammen. Dass ich Mitglied bei der DLRG Gillenfeld bin, bedeutet mir viel. Wir sind alle miteinander befreundet. Zudem kann ich Schwimmern, die in Not geraten sind, nun helfen oder ihnen sogar das Leben retten." "Ich bin als Vierjähriger Mitglied der DLRG Gillenfeld geworden, weil mein Vater und mein älterer Bruder auch schon dabei waren. Schwimmen gehört zu meinem Leben. In der Schule bin ich in der Schwimm-AG. Im Griechenland-Urlaub war ich die meiste Zeit am oder im Wasser." "Im Verein werde ich mehr motiviert, Sport zu treiben, als wenn ich alleine bin. Die Ausbildung zum Rettungsschwimmer bei der DLRG Gillenfeld ist super. Ich bin jetzt bei der Stufe Silber angelangt und mache auf jeden Fall weiter. Meine ganze Familie ist in der DLRG aktiv." bb