Jungferweiher soll sich entwickeln dürfen
Ulmen · Der Jungferweiher bei Ulmen wird von vielen Wasservögeln besiedelt. Der Lebensraum an dem verlandeten Maar soll mit einem nun aufgestellten Bewirtschaftungsplan noch besser geschützt werden.
Ulmen. Wasservögel schätzen ihn sehr, für sie ist der Jungferweiher bei Ulmen "ein Trittstein auf dem Zug durch Europa", wie Begoña Hermann erklärt. Die Vizepräsidentin der Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Nord hat an Ort und Stelle einen Bewirtschaftungsplan für das verlandete Maar vorgestellt. Das Ziel: den Lebensraum sowohl für Fauna als auch für Flora intensiver zu schützen. Wie hoch die Investitionen dafür sein werden, steht laut SGD noch nicht fest.
Im Herbst machen die Vögel auf dem Weg in die südlichen Winterquartiere Rast am Jungferweiher, im Frühjahr legen sie einen Zwischenstopp ein, bevor sie nach Norden weiterziehen. Beobachtet worden sind dort Arten wie Bekassine, Alpenstrandläufer, Fischadler, Lachmöwe, Neuntöter oder Braunkehlchen. Haubentaucher, Wasserralle, Zwergtaucher, Krickente, Blesshuhn und Stockente brüten gar am Weiher. Dazu, das haben Naturschützer festgestellt, ist das Vorhandensein von feuchten Hochstaudenfluren und schlickigen Uferbereichen ein idealer Ort.
Der Bewirtschaftungsplan soll Richtlinien festlegen, sowohl um den jetzigen Zustand zu erhalten als auch dort, wo nötig, eine Verbesserung zu erreichen. Nunmehr erwartet die SGD die Stellungnahmen zum ersten Entwurf, ehe der Plan öffentlich ausgelegt wird. "Das Verfahren dürfte Mitte 2014 abgeschlossen sein, anschließend wird der Plan im Internet öffentlich gemacht", teilt Nicole Adam von der SGD Nord mit.
Sollen Maßnahmen am Weiher ergriffen werden, wird dies mit dem Eigentümer und der zuständigen Biotopbetreuerin Dr. Corinna Lehr koordiniert und mit Fachfirmen umgesetzt.
In den vergangenen beiden Jahren sind etwa 20 000 Euro aufgewendet worden, um die Verbuschung insbesondere im Verlandungsbereich zurückzuführen. Damit will man den Vogelarten, die das Offenland bewohnen, einen verbesserten Lebensraum zur Verfügung stellen. Wo es möglich war, wurde versucht, die sich bildenden Gebüsche mit Wurzelwerk zu beseitigen. "Die Arbeiten im nassen Verlandungsbereich stellen sich in der Umsetzung etwas schwieriger dar", erläutert SGD-Sprecherin Adam. In Absprache mit der Stadt Ulmen und der Forstverwaltung wurden Erdlöcher, die durch das Umfallen von Bäume samt Wurzeln entstanden waren, etwas erweitert und als Laichgewässer für Amphibien entwickelt. Dort soll sich ein Feuchtwald entwickeln.
An der ersten Diskussionsrunde in Ulmen nahmen Vertreter der betroffenen Kommunen, von Forst- und Landwirtschaft sowie von Naturschutzverbänden teil. bro