Jut jemach, Daniel

KELBERG. (bb) Im Rahmen des Kreisentscheids zum Vorlesewettbewerb des Deutschen Buchhandels war zum vierten Mal ein Eifeler Mundart-Wettbewerb für Kinder des sechsten Schuljahres. Von Daniel Theobald aus Steineberg waren die Jurorinnen am meisten beeindruckt.

Aus den Erfahrungen der vergangenen Jahre wisse er, dass sich der Mundart-Wettbewerb beim Publikum größter Beliebtheit erfreue, eröffnete Organisator Dietmar Engeln (Kreisjugendamt) den originellsten Teil des Vorlesewettbewerbs auf Kreisebene. Im Vorfeld hatte die Mundartkennerin Wilma Herzog allen Schulen im Kreis Daun eine alte französische Fabel zugesandt. Zielgruppe waren die Schüler der sechsten Klassen. Die Aufgabe für Freiwillige lautete, die Fabel "Der Wolf und das Lämmchen" in die Mundart ihres Wohnorts zu übertragen. Sieben Mädchen und Jungen nahmen die Aufgabe an und traten nun zum Wettbewerb an: Jennifer Hacken aus Gerolstein (St. Matthias-Gymnasium Gerolstein), Andreas Schmitz aus Üdersdorf (Hauptschule Niederstadtfeld), Jasmin Hennrichs aus Müllenbach und Sebastian Simon aus Kelberg (Regionalschule Kelberg), Daniel Theobald aus Steineberg (Leopold-von-Daun-Realschule Daun), Gina Breuer aus Hallschlag und Nane Hilgers aus Stadtkyll (Graf-Salentin-Schule Jünkerath). Bevor die Kinder zur allgemeinen Erheiterung und Begeisterung die umgewandelte Fabel vortrugen, appellierte die gemeinsam mit Marianne Trappen angetretene Jurorin Wilma Herzog: "Das wertvolle Kulturgut Mundart darf nicht verloren gehen!" Die Mundart verdiene es nicht, als drittklassige Sprache behandelt zu werden. Sieger des Wettbewerbs wurde Daniel Theobald. Er habe besonders viele alte Mundartwörter verwendet und beim Vortrag auf den Klang geachtet, lautete die Begründung von Wilma Herzog und Marianne Trappen. Die Schülerin Nane Hilgers hatte außer Konkurrenz an dem Eifeler Mundart-Wettbewerb teilgenommen. Sie hatte die Fabel während eines einstündigen Telefongesprächs mit ihrer Oma aus Dithmarschen/Norddeutschland in deren Dialekt übertragen.