"K-Frage": Schwartz ist noch allein

Nach einer parteiinternen Aussprache deutet einiges darauf hin, dass Gerolsteins Stadtbürgermeister Karl-Heinz Schwartz erneut als CDU-Kandidat ins Rennen ums Stadtbürgermeister-Amt geht. Wegen Frust über seine Partei hatte er unlängst damit geliebäugelt, womöglich auch als freier Bewerber anzutreten (der TV berichtete). Er ist bislang der einzige Kandidat.

Gerolstein. Die im TV-Interview geäußerte Kritik von Gerolsteins Stadtbürgermeister Karl-Heinz Schwartz (CDU) an seiner Partei, an der CDU-Mehrheitsfraktion im Stadtrat sowie an der Fraktionsvorsitzenden und Ersten Beigeordneten Monika Neumann (Schwartz: "Ich will einen anderen Ersten Beigeordneten.") schlugen hohe Wellen. Bei der jüngsten Vorstandssitzung des CDU-Stadtverbands Gerolstein standen diese Kritik und eine Aussprache dazu daher auch im Zentrum. Nach der Zusammenkunft, an der unter anderem Schwartz, Neumann und auch Verbandsgemeinde-Bürgermeister Matthias Pauly teilnahmen, war Stadtverbandsvorsitzender Gerald Schmitz zufrieden.

"Alle Kritikpunkte sind angesprochen worden"



Er sagte: "Wir hatte eine konstruktive Diskussion. Alle Kritikpunkte sind angesprochen worden."

Darauf, ob die CDU die Bedingungen von Karl-Heinz Schwartz für eine weitere Kandidatur als deren Bewerber erfüllen werde, gab es von Schmitz keine Information. Er sagte lediglich: "Das Ergebnis des Abends war, dass wir weiterhin einen gemeinsamen Weg gehen wollen."

Was sich bei Schmitz verklausuliert anhört, klingt bei Schwartz schon etwas deutlicher. Er sagte auf TV-Anfrage: "Wahrscheinlich werde ich auf CDU-Ticket antreten." Schließlich habe er das Gefühl gehabt, dass seine Kritik gehört worden sei. "Einige sind wach geworden und einigen hören jetzt auch endlich mal zu." So sein Resümee der jüngsten CDU-Zusammenkunft.

Doch sowohl in der Beigeordneten-Frage als auch dem von ihm geforderten starken Mitspracherecht bei der Listenaufstellung für die Kommunalwahl 2009 sei noch nicht das letzte Wort gesprochen, meinten Schwartz und Schmitz unisono. Diese Punkte sowie die offizielle Beantwortung der Kandidatenfrage sollen laut Schmitz "bis Jahresende" geklärt sein. In Sachen Stadtbürgermeister-Kandidatur hat sich der TV noch weiter umgehört. "Wir werden im Oktober entscheiden, ob wir einen eigenen Stadtbürgermeister-Kandidaten aufstellen." Das sagte der Vorsitzende der Gerolsteiner SPD-Stadtratsfraktion Herbert Lames. Einerseits würden diesbezüglich "gerade Gespräche geführt", andererseits stellte Lames dem amtierenden Stadtbürgermeister ein gutes Zeugnis aus.

So sagte er: "Bislang sind wir gut mit ihm ausgekommen: Er hat durch die Bank vernünftige Arbeit geleistet, und wir haben ihn deshalb auch unterstützt."

"Nein, natürlich nicht. Wir haben keinen", lautete hingegen die Antwort nach einem eigenen Stadtbürgermeister-Kandidaten von der WG Möller. Vielmehr kann sich die Fraktion nach Worten ihres Sprechers Hans-Joachim Stief vorstellen, ebenfalls Schwartz zu unterstützen.

Er sagte: "Es ist gut, dass er (Schwartz) mit seiner Kritik jetzt endlich aus der Deckung gekommen ist, obwohl er das hätte bereits vor zwei Jahren tun müssen. Aber besser spät, als gar nicht." Außerdem habe Schwartz "in wichtigen Fragen Flagge gezeigt und für die Interessen der Stadt gekämpft."



Meinung

Nur keine freie Kandidatur

Sie lieben sich, und sie schlagen sich: Nach diesem Motto scheinen es der Gerolsteiner Stadtbürgermeister Karl-Heinz Schwartz und seine CDU, der er schon seit einem halben Leben angehört, derzeit zu halten. Man muss kein Prophet sein, um vorherzusagen, dass Schwartz' Wünsche in punkto Listenaufstellung und Beigeordneten-Posten erfüllt werden. Denn ein freier Bewerber Karl-Heinz Schwartz wäre für sie die deutlich schlechtere Alternative. m.huebner@volksfreund.de