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"Kaiser-Eiche" gefällt

"Kaiser-Eiche" gefällt

Die sogenannte Kaiser-Eiche in Waxweiler, nach dem deutsch-französischen Krieg 1870/1871 gepflanzt, steht nicht mehr: Die Ortsgemeinde musste den Baum fällen lassen, weil er bei Bauarbeiten zu sehr gelitten hatte.

Waxweiler. Die "Kaiser-Eiche" in Waxweiler, vor fast 140 Jahren in der Dorfmitte gepflanzt, hat einiges mitgemacht. Den Ersten Weltkrieg überstand der Baum noch unbeschadet, wie Klemens Kockelmann vom Verein "Waleswilere" erzählt, der sich um die Erhaltung historischer Zeugnisse in Dorf und Umgebung kümmert. Damals stand die Eiche noch nicht allein vor dem ehemaligen Amtsgericht, sondern bildete mit drei Ahornbäumen das "Kaisergärtchen".

Eiche stand zu tief in der Erde



Das Gebäude wurde dann im Zweiten Weltkrieg zerstört, die Eiche von Splittern getroffen. Auf den Fundamenten des Gerichts entstand Ende der 1960er Jahre das neue Jugendheim. Schon damals, sagt Ortsbürgermeister Klaus Juchmes (CDU), seien das Wurzelwerk an einer Seite gekappt und der Stamm vermutlich zu stark mit Erdreich angeschüttet worden. An gleicher Stelle entstand wiederum 1995 der Einkaufsmarkt "Prümtal-Zentrum". Diese Bauarbeiten besiegelten wohl endgültig das langsame Ende des Baums, weil ihm dabei noch mehr Nahrung entzogen wurde: "Der Baum stand dadurch zu tief in der Erde", sagt der Beigeordnete Lothar Brandt (SPD). "Er hat wirklich in den vergangenen Jahren ums Überleben gekämpft", bestätigt Klemens Kockelmann. "Vermutlich ist auch noch eine Wasserader abgeklemmt worden. Die letzten Jahresringe deuten auf eine Unterversorgung hin."

Die Ortsgemeinde nahm deshalb Kontakt zur Landespflegebehörde bei der Kreisverwaltung auf. Ergebnis: Der Baum war nicht mehr zu retten und musste gefällt werden. Auch Klaus Juchmes bedauert die Entscheidung, zumal die Eiche unter Naturschutz gestanden habe. "Viele ältere Leute haben mir erzählt, dass mit dem Baum auch zahlreiche Erinnerungen gefällt worden sind." Die Gemeinde habe aber beschlossen, an gleicher Stelle einen neuen Baum zu pflanzen. "Und zwar eine Eiche", sagt Juchmes.