Kampf dem Riesen-Bärenklau

Vor allem für Kinder und Spaziergänger stellt die Herkulesstaude - auch Riesen-Bärenklau genannt - eine besondere Bedrohung dar. Der Hautkontakt kann in Verbindung mit Sonnenstrahlen die Haut schwer schädigen. Der Landkreis Vulkaneifel geht daher seit Jahren gegen die Pflanze vor, auch in diesem Jahr soll der Herkulesstaude mit einer konzertierten Aktion zu Leibe gerückt werden.

Die Herkulesstaude breitet sich vor allem an den Flussläufen aus. Foto: Archiv/privat

Daun. (ch) Vor dem Einsatz kommt die Aufklärung: Zunächst einmal ist die Kreisverwaltung damit beschäftigt zu erfassen, wo sich die Herkulesstaude im Kreisgebiet angesiedelt hat. Besonders auf dem Lauf der Kyll liegt dabei das Augenmerk, weil die Pflanze Flussläufe bevorzugt und entlang des Flusses viele Spaziergänger und Radfahrer unterwegs sind. Für Menschen und Tiere stellt die Herkulesstaude besonders in der Nähe von öffentlichen Spiel- und Sportplätzen eine gesundheitliche Gefahr dar, denn der Pflanzensaft kann bei Hautkontakt in Verbindung mit UV-Strahlung zu schweren Hautschädigungen wie Verbrennungen, zu Fieber und Kreislaufkollaps führen.Auf der Grundlage eines grenzüberschreitenden Gewässerprogramms an der Kyll haben die Anliegerkreise von der Quelle der Kyll in Nordrhein-Westfalen bis zur Kyllmündung eine kooperative Zusammenarbeit beschlossen, um die Herkulesstaude zukünftig noch systematischer bekämpfen zu können. Da der Samen der Herkulesstaude sich vor allem mit den Gewässern verbreitet, muss immer das gesamte Einzugsgebiet eines Gewässers in die Bekämpfung einbezogen werden. Außerdem ist ein langer Atem bei der Bekämpfung notwendig, da die Samen der Pflanze jahrelang keimfähig im Boden verbleiben können. Keine zuverlässigen Angaben über Ausbreitung der Staude

Sind die Bestände erfasst, soll der Pflanze in einem zweiten Schritt in Zusammenarbeit mit den landwirtschaftlichen Beratungsstellen, der Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Nord sowie der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) Trier zu Leibe gerückt werden. Sprich: Die Pflanze wird ausgestochen oder ausgegraben, oder es sind - wo möglich - Fräsen mit Allradschlepper im Einsatz. Dazu werden - wo erforderlich - Unkrautbekämpfungsmittel eingesetzt.Bereits in den vergangenen Jahren ist der Landkreis Vulkaneifel zusammen mit den Verbandsgemeinden, den Wasserwirtschaftsbehörden und den Straßenbauämtern gegen bekannte Vorkommen der Herkulesstaude vorgegangen. Dabei sind nach Angaben der Kreisverwaltung durchaus Erfolge zu verzeichnen. "Da der Samen sich jedoch durch Gewässer, vor allem bei Hochwasser, verbreitet und weitergespült wird, lässt sich nicht sagen, ob der Bestand im Landkreis Vulkaneifel insgesamt durch die Bekämpfung abgenommen hat", sagt Verena Bernary, Pressesprecherin der Kreisverwaltung, denn hierüber gebe es keine Statistik.