Kapriolen auf der Löwenburg

Gerolstein · Mieses Wetter, na und? Die Burgschauspieler begeistern 150 Besucher bei der Premiere des bekannten Schauspiels Der Hauptmann von Köpenick in Gerolstein.

 Der Hauptmann von Köpenick (dargestellt von Thomas Krämer), eigentlich ein mittelloser Schuhmacher, hat erst eine Uniform, dann die Macht im Rathaus an sich gerissen. Das sorgt für viel Trubel und Verwirrung, manch einer muss die Hände über dem Kopf zusammenschlagen. Dem Publikum gefällt die Freiluft-Darstellung auf derLöwenburg – trotz des miesen Wetters. TV-Fotos: Alwin Ixfeld (3)

Der Hauptmann von Köpenick (dargestellt von Thomas Krämer), eigentlich ein mittelloser Schuhmacher, hat erst eine Uniform, dann die Macht im Rathaus an sich gerissen. Das sorgt für viel Trubel und Verwirrung, manch einer muss die Hände über dem Kopf zusammenschlagen. Dem Publikum gefällt die Freiluft-Darstellung auf derLöwenburg – trotz des miesen Wetters. TV-Fotos: Alwin Ixfeld (3)

Foto: Alwin Ixfeld (AIX) ("TV-Upload Ixfeld"

Gerolstein Die Gerolsteiner Burgschauspieler zeigen schon bei ihrer ersten Aufführung des Carl-Zuckmayer-Stücks sehr gekonnt, wie aus Kleidern Leute werden. Der mittellose und verzweifelte Schuhmacher Friedrich Wilhelm Voigt - hervorragend dargestellt von Thomas Krämer - versucht mit allen Mitteln, im bürgerlichen Leben Fuß zu fassen. Dazu gehört auch ein Einbruch in ein Polizeirevier, der ihm statt der erhofften Aufenthaltspapiere eine lange Gefängnisstrafe einbringt. W ieder in Freiheit, setzt Voigt um, was er gelernt hat. "Wer so aussieht wie ich, hat keine Chance", sagt der Schneider mit den abgerissenen Klamotten. Also besorgt er sich eine Uniform, ernnennt sich zum Hauptmann und lässt das Rathaus von Köpenick besetzen. Natürlich ist auch die neue Rolle zum Scheitern verurteilt.
Die Burgschauspieler schaffen es, das Leben im frühen 20. Jahrhundert auf der Bühne präsent werden zu lassen. Jede der rund 50 Rollen, und sei sie noch so klein, wirkt echt. "Die sind richtig gut, das macht echt Spaß", "Ich könnte mich kaputtlachen, aber manchmal bleibt einem das Lachen auch im Hals stecken", "Ich bin erstaunt, was diese Laien-Darsteller hier auf die Bühne bringen", sagen einige Besucher. Tatsächlich ist spürbar, mit wie viel Liebe zum Detail sich alle Beteiligten auf ihre Rollen vorbereitet haben. "Das Lernen des Textes ist der kleinere Teil. Man muss ja eigentlich alle Rollen lernen für das Stichwort", erklärt Hauptdarsteller Thomas Krämer. "Was die meiste Arbeit macht, sind die Kulissen", ergänzt Krämer. Mit den ersten Vorbereitungen haben die Burgschauspieler bereits im September vergangenen Jahres begonnen. Das Zuckmayer-Stück nach einer wahren Begebenheit hat Ernst Krämer für die Gerolsteiner Bühne bearbeitet. Und er führt auch Regie. "Bis auf ein paar Kleinigkeiten bin ich zufrieden", sagt er. Zufrieden sind auch die rund 150 Premierengäste, von denen einige auch bei weiteren Aufführungen mit Freunden zusammen wiederkommen wollen - in der Hoffnung auf besseres Wetter.
Die Gerolsteiner Burgschauspieler führen ihr Theaterstück Der Hauptmann von Köpenick an folgenden Terminen weiter auf: Samstag 19. August (18 Uhr), Sonntag 20. August (15 Uhr), Samstag 26. August (18 Uhr), Sonntag 27. August (15 Uhr) sowie am Samstag, 2. September (18 Uhr).