Karl-Heinz Kunze ist Prinz-Karneval von Gerolstein

Fastnacht : Alle hören auf sein Kommando – und das nicht nur im Karneval

Er ist stellvertretender Kreisfeuerwehr-Inspekteur und jahrelanger Wehrleiter der VG Gerolstein. Prinz Kalle I. kann mit brenzligen Situationen umgehen.

 Schnelle Entscheidungen sind sein Ding. Eine davon sei die sehr spontane Zusage, der kommende Gerolsteiner Prinz zu werden, erzählt Karl-Heinz Kunze. „Der Vorstand der Burgnarren hat mich darauf angesprochen und ich habe ganz klassisch auf einem Bierdeckel unterschrieben. Der Deckel liegt nun sicher im Tresor, da komme ich nicht mehr dran“, sagt Kunze und lacht.

Ein Unbekannter ist Kunze, Jahrgang 1957, im Gerolsteiner Karneval wahrlich nicht: In den 1980er und 90er Jahren hat er die Narren im Gerolsteiner Land musikalisch unterhalten – gemeinsam mit dem rund 30 Sängerinnen und Sänger zählenden Chor „Gerolsteiner Jungen und Mädchen“.

Der Karneval steckt nicht nur dem frischgebackenem Prinzen, sondern auch seiner Familie im Blut. Karl-Heinz Kunze, der seit zwei Jahren auch Mitglied des Elferrats der Gerolsteiner Burgnarren ist, wird während der rund 40 Auftritte in der Session von seinen Töchtern Nicole und Tanja begleitet. Sie ziehen gemeinsam mit ihm als Prinzenpagen durch die Lande. Ehefrau Ute ist ebenfalls im Tross mit  dabei, sie wird die tollen Tage fotografisch dokumentieren.

Der Prinz ist dreifacher Vater und fünffacher Großvater, fährt gerne Motorrad, hegt und pflegt seinen Wohnwagen und hat darüber hinaus ein wenig überraschendes Steckenpferd: „Die Feuerwehr und alles, was damit zu tun hat, zähle ich ebenfalls zu meinen Hobbys.“

Auch außerhalb der jecken Tage ist es Kunze, seit 1991 beim Gerolsteiner Brunnen beschäftigt, gewohnt, Verantwortung zu übernehmen: Er ist stellvertretender Kreisfeuerwehr-Inspekteur und sitzt für die CDU im Stadtrat. Die Politik hätte ihm das Motto für seine närrische  Regentschaft geliefert, sagt Kunze. „Mein Motto heißt: Das Gerolsteiner Stadtgeschehen, man sollte es mal närrisch sehen.  Themen dazu gibt es genug – ich bekomme sie ja hautnah mit“, erzählt der Prinz der Session 19/20.

Fachlich fundierte Unterstützung für die Prinzenrolle erhält er von Einem, der weiß, wie es geht: Als Adjutanten hat er sich  Benjamin Sas auserwählt, der 2016 als Prinz Benni I. die Jecken im Gerolsteiner Land angeführt hatte. Eine Erfahrung fehle ihm aber, sagt Sas. „Ich war der Prinz ohne Rosenmontagszug,“ Das Spektakel war 2017 wegen Sturmwarnungen abgesagt worden. „Das war sehr ärgerlich“, sagt Benjamin Sas. „Weil dann doch die Sonne schien. Von Sturm gab es keine Spur.“

Prinz Kalle hofft auf mehr Glück. Seine Regentschaft wird traditionell am 11. November vor dem Gerolsteiner Rondell bekannt gegeben, der Prinzenempfang am Weiberdonnerstag 2020 findet im Hillesheimer Rathaus statt.

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