Karte soll mehr Gäste ins Gerolsteiner Land locken

Karte soll mehr Gäste ins Gerolsteiner Land locken

Ab Juli gibt es eine neue Gästekarte im Vulkaneifelkreis: die Gero Gast Card. Sie kostet pro Tag einen Euro, und man bekommt mit ihr Rabatt auf Eintrittskarten in Schwimmbäder, Ferienparks, Museen und andere. 30 000 bis 40 000 Karten wollen die Macher zunächst verkaufen.

Gerolstein. Sie ist aus Papier und hat etwa die Größe eines Briefumschlags: die Gero Gast Card. Geplant und umgesetzt worden ist das Konzept dafür vom Tourismus Verein Vulkaneifel. Der Name des Gastes, die Unterkunft und die Aufenthaltsdauer stehen auf der Gästekarte, die einen Euro pro Tag kostet. Dazu gehört ein Faltblatt, auf dem die Partnerunternehmen stehen und die Leistungen, auf die der Kartenbesitzer Ermäßigung erhält. Der Bogensportpark in Gerolstein bietet beispielsweise 25 Prozent Rabatt auf seinen Parcours. Kaufen kann man die Gero Gast Card bei den teilnehmenden Hoteliers oder bei der Tourist-Info in Gerolstein.
Eine andere Rechtsform


Hans-Hermann Grewe freut sich, dass er bald die ersten Exemplare an seine Gäste ausgeben kann. Der Hotelier (Kleine Villa am Turm in Birresborn) ist zugleich Vorsitzender des Tourismus-Vereins Vulkaneifel. Die vergangenen drei Jahre hat er sich gemeinsam mit anderen mit dem Konzept der Gästekarte beschäftigt. "Am Anfang ging es zäh voran. Und es war nicht einfach, inhaltlich und rechtlich das Richtige zu finden", sagt Grewe.
Er meint damit die Gründung des Tourismus Vereins Vulkaneifel. Denn zunächst waren die Hoteliers ein loser Verband als Interessengemeinschaft gewerblicher Betriebe im Gerolsteiner Land (IGV). Doch durch die Einnahmen, die mit der Gästekarte verbunden sind, wurde schnell klar, dass die Vereinigung eine andere Rechtsform braucht.
Infrastruktur stärken


Wenn es um größere Summen geht, sieht auch die Haftung anders aus als bei einem losen Zusammenschluss. Bei der Wahl zwischen GmbH und Verein setzte Letzterer sich durch. "Hier braucht man keine Gesellschafter und es ist möglich aktive Mitglieder und Fördermitglieder zu haben", sagt Grewe und ergänzt: "Hinter dem jetzigen Konzept stehen alle."
Im ersten vollen Geschäftsjahr möchte der Verein zwischen 30 000 und 40 000 Karten verkaufen. Gemeint sind die mehr als 20 Hoteliers und die Ferienparkbetreiber, die dem Verein angehören. Mit den Einnahmen der Gero Gast Card wollen die Vereinsmitglieder die touristische Infrastruktur stärken.
Den Gästen noch mehr bieten


"Die Gemeinden haben kein Geld mehr. Und wir wollen in zehn Jahren nicht dastehen und sagen: ,Hätten wir nur etwas getan\'", erklärt Grewe.
Ähnlich sieht das auch Werner Saxler vom Hotel und Gasthaus Berlinger Mühle. Auch er wird künftig die Karte verkaufen. Er hat sich dem Konzept angeschlossen, weil er seinen Gästen noch mehr bieten möchte. "Man kann gemeinsam etwas auf die Beine stellen. Allein schafft man das nicht", sagt Saxler.
Grewe sieht das ähnlich: "Wir sind keine Einzelkämpfer und auch andere Städte können sich anschließen", sagt er.
Der Verein sucht für die Karte noch Partner. "Wir denken über den Kirchturm hinaus, denn unsere Gäste bleiben nicht nur in Gerolstein", sagt Grewe. Allerdings will der Verein nur Partner akzeptieren, die ein wirklich attraktives Angebot machen.Finanzierung: Der Tourismus Verein Vulkaneifel finanziert sich über Mitgliedsbeiträge und die Einnahmen der GeroGastCard. Die durch die Gästekarte gewonnen Einnahmen werden monatlich auf ein Konto des Vereins überwiesen. Die Eingaben und Ausgaben werden miteinander verrechnet. Mit dem Überschuss unterstützt der Verein gezielt Projekte der Tourismus- und Wirtschaftsförderungsgesellschaft (TW) Gerolsteiner Land. jur

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