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Katastrophenzentrum des Eifelkreises arbeitet seit Mittwoch durch

Hochwasser : In Bitburg laufen alle Fäden zusammen

Noch vor der Einweihung 2018 zeigte das Katastrophenschutzzentrum des Eifelkreises was es kann. Nun stellt es zum zweiten Mal seine Leistungsfähigkeit unter Beweis.

Ermattet streckt ein Feuerwehrmann auf dem Gelände der alten Kaserne in Bitburg die Beine aus. Neben ihm zwei Kolleginnen, auch sie nutzen die wenigen ruhigen Minuten um Kraft zu schöpfen. Wenige Meter weiter, im Einsatzraum des Katastrophenschutzzentrums des Eifelkreises, sieht es  anders aus, konzentrierte Anspannung liegt in der Luft. Zum zweiten Mal seit der Gründung 2018 des Katastrophenschutzzentrums des Eifelkreises muss die Zentrale auf dem Gelände der alten Kaserne in Bitburg ihre Leistungsfähigkeit beweisen. Auch damals suchten ungebändigte Wassermassen Teile der Eifel heim. Seit Mittwoch arbeitet das Zentrum wieder unter voller Besetzung.

„Um 13 Uhr wurde ich darüber informiert, dass nun der Ernstfall eintritt“, sagt Rudolf Rinnen, als gewählter Kreisbeigeordneter führt er seit Mitte Mai die Amtsgeschäfte des Landrats. „Das ich nun hier als Einsatzleiter stehe, damit habe ich aber ehrlich gesagt nicht gerechnet. Ich bin schon sehr froh, dass ich 2018 mit dabei war, als ich Joachim Streit bei der Arbeit begleitet habe. So wusste ich was zu tun ist, wo meine Aufgabe liegen und was hier geleistet wird“, sagt er. Letztlich hätte die rasante Entwicklung der aktuellen Katastrophe eine lange Einarbeitung auch kaum zugelassen.

„Was hier passiert? Die Sache ist einfach zu erklären“, sagt Jürgen Larisch Brand- und Katastrophenschutzinspekteur des Eifelkreises. In der Einsatzzentrale liefen alle Informationen zusammen, ein Team von allen nur erdenklichen Fachleuten bewerte die Lage, gebe ihr Fachwissen an den Einsatzleiter weiter, im aktuellen Fall Rinnen, der bewerte sie und treffe dann die Entscheidungen. „Und das Team der Fachberater ist flexibel. Natürlich sind Feuerwehr, Polizei und Technisches Hilfswerk dabei, aber eben auch Mitarbeiter des Landesbetriebs Mobilität“, die Wege sind damit kurz. Informationen kommen gebündelt an und werden gleich weiter gegeben“, sagt Larisch. Bei einem Campingplatz sei beispielsweise die Straße stark zerstört. „Der Betreiber fragte hier an, ob er die Reste mit seinem Bagger entfernen soll oder besser darf, um den Weg dann mit Schotter zu sichern“; erklärt Larisch. Die Anfrage geht auf direkten Weg zum LBM weil es eine Landesstraße ist. „Der sagte LBM unbürokratisch ja.“

Und genau dieser Informationsfluss funktioniere seit Mittwoch. „Um 16 Uhr wurde die Lage als Stufe 4 festgelegt. Damit übernimmt das Zentrum die Arbeit“, sagt Rinnen. Um 20 Uhr sei der Katastrophenfall ausgerufen worden, sagt Larisch und damit sei man in der Lage gewesen, Kräfte von außerhalb anzufordern. Sämtliche Meldungen gehen bei einem sogenannten Sichter ein. Er bewertet sie, trägt sie in ein Einsatztagebuch ein. „Es folgt die Gewichtung. Über allem steht erstmal die Rettung von Menschen, erst danach können wir uns um anderes kümmern“, sagt er.

Die Zentrale ist zudem Anlaufstelle in allen Kommunikationsangelegenheiten. „Auch das Bürgertelefon kommt hier bei uns raus“, sagt Hans-Harro Wodniock, Mitarbeiter der Kreisverwaltung. Das Team des Bürgertelefons teilt sich einen Raum mit der Landesfacheinheit Presse und Mediensarbeit – liebevoll Puma genannt. Es ist quasi eine kleine Informationszentrale.

„In einer Katastrophenlage kann der Kreis die Anfragen kaum stemmen und auch die Bürger brauchen Informationen“, sagt Marc Denzer von der Puma. Beispielsweise seien viele Falschinformationen zum Thema Trinkwasser unterwegs gewesen. „Klassische Fakenews. Bei Unsicherheiten konnten wir zusammen mit dem Bürgertelefon die Sachen richtig stellen“, sagt Denzer.