Kein Ersatz, aber sinnvolle Ergänzung

Kein Ersatz, aber sinnvolle Ergänzung

In der Verbandsgemeinde (VG) Daun soll Schritt für Schritt ein flächendeckendes Netz der medizinischen Erstversorgung ausgebaut werden. Es soll kein Ersatz, sondern Ergänzung des Rettungsdiensts sein.

Daun. Zwar ist es keine Pflichtaufgabe der öffentlichen Hand, und entsprechend gibt es auch keine Zuschüsse, aber die VG Daun will trotzdem nach und nach ein System zur medizinischen Erstversorgung in ihrem Zuständigkeitsbereich einrichten. Das hat der Verbandsgemeinderat einstimmig beschlossen.

Bürgermeister Werner Klöckner (CDU) machte klar, dass man im ländlichen Raum aktiv werden müsse mit Blick auf den demografischen Wandel und die daraus resultierende immer älter werdende Bevölkerung. Umsetzen sollen das Vorhaben die Ortsvereine Daun und Gillenfeld des Deutschen Roten Kreuzes (DRK), die von der VG damit beauftragt werden.

Rettungsdienst-Mitarbeiter können eingebunden werden



Klar ist: Ersthelfer sollen die Zeit zwischen dem Eintreten eines Notfalls und der medizinischen Versorgung durch den Rettungsdienst verkürzen, sind aber nur eine sinnvolle Ergänzung, jedoch kein Ersatz für den Rettungsdienst. Ein Ersthelfersystem besteht für die VG Daun noch nicht, aber bei dessen Installierung muss nicht bei Null begonnen werden. Das DRK hat ermittelt, wo es schon jetzt qualifiziertes Personal gibt, mit dem als erster Schritt mit der Einrichtung begonnen werden könnte.

Laut DRK könnten aktuell 21 von 49 "Ortslagen" (die 38 zur VG gehörenden Gemeinden plus Stadt- und Ortsteile) durch Einsatz von entsprechend qualifiziertem Personal - rekrutiert aus den DRK-Ortsvereinen Daun und Gillenfeld - abgedeckt werden. Zudem ist es möglich, dass künftig hauptamtliche Rettungsdienst-Mitarbeiter in das System mit eingebunden werden können. Die Alarmierung der Ersthelfer soll künftig per Funkempfängern und parallel zur Alarmierung des Rettungsdiensts erfolgen.

Das DRK plädiert darüber hinaus auch für die verstärkte Stationierung von sogenannten "Automatischen Externen Defibrillatoren" (AED) in Gemeinden, größeren Betrieben und Behörden im Kreisgebiet. Nach einer kurzen Schulung können auch Laien diese Geräte, die dem Helfer die jeweiligen Schritte akustisch erläutern, bis zum Eintreffen des Notarzts einsetzen. 16 solcher Geräte sind derzeit im Kreis stationiert, zwei weitere Standorte (Kalenborn-Scheuern und Üxheim-Niederehe) folgen. Die rund 1500 Euro teuren Defibrillatoren werden beispielsweise auf Initiative von Gemeinden angeschafft und aus Spenden finanziert. Dort, wo sie vorhanden sind, ist die Bereitschaft in der Bevölkerung, sich daran ausbilden zu lassen, groß. Sascha Singh, Ausbildungsbeauftragter des DRK-Kreisverbands, berichtet vom Beispiel der 260-Einwohner-Gemeinde Weidenbach: "Dort haben sich fast 50 Bürger ausbilden lassen."

Der DRK-Kreisverband (Telefon 06592/9500-0, E-Mail info@drk-kv-daun.de) informiert Interessierte über die erforderlichen Lehrgänge zur Frühdefibrillation und den Kauf entsprechender Geräte.