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Kein Startplatz mehr für die Gleitschirmflieger

Kein Startplatz mehr für die Gleitschirmflieger

Der Verein Ostwindfreunde hat es nicht geschafft. Alle Bemühungen, für seinen einzigen Startplatz in der Vulkaneifel am Dreiser Weiher wieder eine Genehmigung zu bekommen, sind fehlgeschlagen. Von 2000 bis 2013 hatten die Gleitschirmflieger dort ihre Runden drehen dürfen.

Dreis-Brück. Sie sind so gut wie verschwunden vom Himmel über Dreis, wo sie mehr als zehn Jahre ihre Runden drehten: die Gleitschirmflieger. Die Anstrengungen des Vereins Ostwindfreunde, wieder eine Genehmigung für Starts und Landungen am Dreiser Weiher zu bekommen, waren nicht von Erfolg gekrönt. Dorthin waren die Freizeitsportler gekommen, weil das Areal als eins der besten Fluggebiete in der Region gilt.
Ausgleich für Autobahnbau


Im Jahr 2000 hatte die Kreisverwaltung in Daun die Nutzung erlaubt, aber die Genehmigung war Ende 2013 ausgelaufen. "Ein echter Schlag ins Kontor für uns, dass wir in Dreis nicht mehr fliegen dürfen", sagt Joachim Krick. Der Geländewart des Vereins war von Anfang an dabei, entsprechend groß ist sein Bedauern darüber, den vertrauten Flugplatz in der Vulkaneifel verloren zu haben.
Der Startplatz am Rand des Dreiser Weihers wird für sogenannte Ausgleichsmaßnahmen für den Ausbau der Autobahn A 1 mit Streuobstbäumen bepflanzt. "Dadurch wäre ein sicheres Starten nicht mehr möglich," sagt Krick. Die Ostwindfreunde hatten versucht, mit dem Besitzer der Fläche, der Bundesrepublik Deutschland, vertreten durch den Landesbetrieb Mobilität (LBM), eine Vereinbarung über eine weitere Nutzung zu erreichen. Der Behörde wurden vom Verein Austauschflächen angeboten, aber laut LBM fand sich "leider keine gleichwertig geeignete Fläche am Kraterrand des Dreiser Weiher." Zudem hätten Stellungnahmen der zuständigen Naturschutzbehörden ergeben, dass wegen des "hohen Schutzwerts des angrenzenden Gebietes" (der Dreiser Weiher ist unter anderem Naturschutzgebiet und grenzt an ein Vogelschutzgebiet) einer Verlagerung nicht zugestimmt werden würde. Der Verein hatte zwischenzeitlich auch eine Online-Petition gestartet, rund 2700 Menschen hatten sich dabei für den Erhalt des Flugplatzes ausgesprochen. Zuletzt hatten die Freizeitsportler ihr Anliegen beim rheinland-pfälzischen Innenministerium vorgetragen. "Dort sind wir durchaus auf Wohlwollen gestoßen, aber eine Lösung, wie wir wieder an eine Genehmigung für die Nutzung des Geländes hätten kommen können, ist leider nicht dabei rausgekommen", berichtet Krick. Empfohlen worden sei, ein Gutachten zur Naturverträglichkeit in Auftrag zu geben. "Aber selbst damit hätte uns niemand garantieren können, dass wir in Dreis tatsächlich wieder fliegen dürfen. Man muss bedenken: Wir sind Freizeitsportler und Ehrenamtler, für die der Aufwand einfach zu groß wäre."
Kritik am Gleitschirmfliegen in Dreis hat vor allem die Dauner Ortsgruppe des Naturschutzbunds Deutschland (Nabu) geübt. Aus ihrer Sicht stand das Ausüben der Sportart nicht im Einklang mit den Schutzbestimmungen des Naturschutzgebiets (NSG) Dreiser Weiher. Nach Darstellung der Ortsgruppe sollen auf den Flächen auch Lebensräume geschaffen werden, die der Tierwelt durch den Weiterbau der A 1 an anderer Stelle verloren gegangen seien. Ungestörte Brut- und Lebensräume für bedrohte Vögel ließen sich aber nicht entwickeln, wenn diese Räume durch Flugbetrieb und die damit verbundenen vielfältigen Störungen beeinträchtigt würden. Und die Ostwindfreunde? "Wir sind auf der Suche nach einem neuen Platz in der Eifel", sagt Krick.