1. Region
  2. Vulkaneifel

Kein Sturmschaden in den Gemeindekassen

Kein Sturmschaden in den Gemeindekassen

Die Aufarbeitung des vom Orkan "Kyrill" verursachten Windwurf-Holzes haben die Forstämter im Kreis Vulkaneifel durchweg abgewickelt. Erfreulich: Der Holzpreis ist nicht - wie zunächst befürchtet - eingebrochen, sondern war teilweise sogar schon wieder höher als vor dem großen Sturm.

Daun/Gerolstein/Hillesheim. Welch eine Naturgewalt: Vor einem Jahr suchte der Orkan "Kyrill" besonders den Landkreis Vulkaneifel heim und sorgte für mehr als 150 Einsätze für fast 500 Hilfskräfte verschiedener Organisationen. Zeitweise waren rund 30 Straßen im Kreisgebiet gesperrt, viele Dörfer hatten keinen Strom. Insgesamt entstanden enorme Sachschäden. Eine Viertelmillion Festmeter Holz war aufzuarbeiten

Während "Kyrill" für die meisten nach kurzer Zeit schon Geschichte war, wirbelte der Orkan die Jahres-Planungen der Forstämter komplett durcheinander. Eine vom Sturm verursachte Viertelmillion Festmeter Holz galt es aufzuarbeiten, und es gab Befürchtungen, dass der Holzpreis, der sich zuvor in kaum noch für möglich gehaltene Höhen entwickelt hatte, wieder abstürzen würde. Diese düstere Prognose ist aber nicht eingetreten, wie die Leiter der Forstämter Hillesheim-Kelberg und Gerolstein, Martin Manheller und Wolfgang Witzel, übereinstimmend berichten: "Die erzielten Preise waren trotz des Überangebots an Rundholz recht gut. Mittlerweile haben wir fast schon wieder das Niveau vor ,Kyrill' erreicht oder teilweise sogar überschritten." Michael Schimper, stellvertretender Leiter des Forstamts (FA) Daun, bestätigt: "Trotz des Sturms hat sich der Holzpreis glücklicherweise positiv entwickelt und passt damit zur Tendenz in der jüngsten Vergangenheit. So hat sich der durchschnittliche Erlös aller Holzarten von 35 Euro pro Festmeter im Jahr 2004 auf 56 Euro im vergangenen Jahr deutlich nach oben entwickelt. Die waldbesitzenden Gemeinden können sich entsprechend über sehr gute Haushaltsergebnisse 2007 freuen." So einen Holzeinschlag gab es schon lange nicht mehr

Der Sturm sorgte auch dafür, dass es im vergangenen Jahr im Bereich des Forstamts Daun einen Holzeinschlag gab wie schon lange nicht mehr. "Der Gesamteinschlag 2007 hat mit 160 000 Festmetern - davon 108 000 durch Kyrill - eine Größenordnung gewonnen, die seit dem Sturm 1990 nicht mehr erreicht wurde", berichtet Schimper. Angesichts der großen Schadholzmenge war das Alltagsgeschäft der Forstämter im vergangenen Jahr weitgehend von der Windwurfaufarbeitung, der Konservierung und dem Verkauf des Holzes geprägt. Auch die Information und Abstimmung mit den Gemeinden hätten einen beachtlichen Raum eingenommen, erklären die Forstamts-Verantwortlichen. Manheller: "Dank der großen Leistungsbereitschaft aller Beteiligten, Forstleute, Waldarbeiter und Unternehmer konnten die Aufarbeitung wie auch zum Teil bereits die Wiederaufforstung zügig und zur vollen Zufriedenheit der Waldbesitzer erledigt werden." Schimper ergänzt: "Sehr erfreulich ist der Umstand, dass trotz der gefährlichen Arbeit im Forstamtsbereich keine Unfälle passiert sind, was durch gute Arbeitsorganisation und umsichtiges Verhalten bedingt ist."Weiterer Bericht auf Seite 10