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Keine Hektik beim heißen Eisen

Keine Hektik beim heißen Eisen

Nach dem Willen des Kreistags Vulkaneifel wird das Thema Rohstoffabbau noch einmal detailliert beraten. Vorgesehen ist, einen Runden Tisch mit Abbauunternehmern, Bürgerinitiativen und Vertretern der Kommunen zu bilden. Dort soll ein gemeinsamer Entwurf erarbeitet werden.

Daun. Kaum ein anderes Thema bewegt die Menschen in der Vulkaneifel derzeit mehr als die Zukunft des Gesteinsabbaus. Tausende Bürger haben mit ihrer Unterschrift dokumentiert, dass sie gegen eine Erweiterung sind. Der Widerstand ist auch der Politik nicht verborgen geblieben. Als eine Reaktion darauf ist die Entscheidung des Kreistags zu werten, eine Stellungnahme zur geplanten Erweiterung des Gesteinsabbaus zu vertagen. Ursprünglich war vorgesehen, dass sich der Kreis im Herbst zum Entwurf des Raumordnungsplans - vorgelegt von der Planungsgemeinschaft Region Trier - äußert. Dieser sieht knapp 40 mögliche Flächen für Gesteinsabbau vor.
Das Thema sei eine "besondere Konfliktlage in unserer Region", erklärte Georg Linnerth, der in der Kreistagssitzung den Antrag der SPD-Fraktion auf Vertagung der Stellungnahme begründete. Eine sorgfältige Prüfung ohne Zeitdruck sei nötig, deshalb solle das Thema "Rohstoffabbau" zunächst aus dem Verfahren zur Neuaufstellung des Raumordnungsplans herausgelöst werden. Ziel sei es, gemeinsam mit allen Beteiligten ein "abgestimmtes und ausgewogenes" Rohstoffsicherungskonzept zu erarbeiten. Der Vorschlag der SPD fand ungeteilte Zustimmung, einstimmig (ohne Enthaltungen) wurde die Vertagung beschlossen. Vorgesehen ist, einen Runden Tisch mit Abbauunternehmern, Bürgerinitiativen und Vertretern der Kommunen zu bilden. Dort soll ein gemeinsamer Entwurf erarbeitet werden. Widerstand aus Trier ist nicht zu erwarten: Die Planungsgemeinschaft hat verkündet, keine Einwände gegen das nun beschlossene Vorgehen des Kreises zu erheben.
Für Hans-Peter Felten, Sprecher der Dauner Naturschutzverbände, ist die Entscheidung des Kreistags die "einzig sinnvolle, die derzeit möglich war. Wir begrüßen sie ausdrücklich." Angesichts der umfangreichen Thematik sei es erforderlich, mehr Zeit für die weitere Beratung zu haben. Besonders freue ihn, dass alle Kreistagsmitglieder für die Vorgehensweise gestimmt hätten. Auch Hartmut Schmidt begrüßte für die Interessengemeinschaft (IG) Eifelvulkane die Entscheidung des Kreistags, "das Konfliktthema Rohstoffnutzung endlich in einem kreiseigenen Konzept für die Vulkaneifel zu bearbeiten". Die nun beschlossene Vorgehensweise habe er schon im März in einem Brief an den Landrat vorgeschlagen. Dass die Planungsgemeinschaft Zustimmung signalisiert habe, sei unter anderem auch den mehreren Tausend von der IG übergebenen Einwendungen gegen die Rohstoffplanung zu verdanken.Meinung

Der richtige Weg
Der Kreistag hat sich für den richtigen Weg entschieden und sich eines - unnötigen - Zeitdrucks entledigt. Bei einem so brisanten Thema, wie dem Gesteinsabbau, hat eindeutig Sorgfalt Vorrang vor Geschwindigkeit. Der Kreistag kann nun seine mehrfach bekräftigte eigene Position in einem neuen Rohstoffkonzept untermauern: Es darf keine neuen Gruben geben! Die Zustimmung in der Bevölkerung dürfte dem Gremium in dieser Haltung sicher sein, denn immer mehr Bürger wollen den Raubbau an der Landschaft der Vulkaneifel nicht mehr tatenlos hinnehmen. s.sartoris@volksfreund.deExtra

Im Vulkaneifelkreis gibt es 40 Gruben, in denen Lava, Basalt und Kalkgestein abgebaut werden. Im Entwurf des neuen Raumordnungsplans sind vermerkt: 400 Hektar genehmigte Abbaufläche, 340 Hektar Vorrangflächen für den Abbau und weitere 1681 Hektar Vorbehaltsgebiete. stsExtra

Die Planungsgemeinschaft Region Trier hat die planungsrechtliche Hoheit für die Stadt Trier sowie die Kreise Trier-Saarburg, Bernkastel-Wittlich, Bitburg-Prüm und Vulkaneifel. Sie erstellt den Regionalen Raumordnungsplan (ROP), in dem Ziele und Grundsätze der Raumentwicklung festgelegt werden. Mit dem Instrument des Raumordnungsplans wird die Nutzung von Flächen (wie zum Beispiel für den Gesteinsabbau) in der gesamten Region geregelt. In der 55-köpfigen Regionalvertretung sitzen Kreistags- und Stadtratsmitglieder, Landräte, Bürgermeister sowie Vertreter von Kammern und Verbänden. sts