Keine Windkraft um jeden Preis

Keine Windkraft um jeden Preis

In der Verbandsgemeinde Adenau formiert sich der Widerstand gegen Windräder an der Hohen Acht. Nun ist zum ersten Mal eine Bürgerinitiative ins Licht der Öffentlichkeit getreten, die sich gegen derartige Pläne am höchsten Berg der Eifel ausspricht.

Adenau. Die Ortsgruppe Adenau des Eifelvereins und der Verein für Heimatpflege Adenau haben sich mit zusammen mehr als 550 Mitgliedern in einer Bürgergemeinschaft gegen Natur- und Landschaftszerstörung an der Hohen Acht durch Windkraft" zusammengeschlossen, um zu verhindern, was ihrer Meinung nach droht: die Zerstörung einer ganzen Region.
"Wir sind nicht grundsätzlich gegen Windräder", macht der Ortsgruppenvorsitzende des Eifelvereins, Peter Menches, deutlich. Man sei aber gegen "Windkraft um jeden Preis". Ziel der Bürgergemeinschaft ist es, das Erholungs-, Natur- und Landschaftsschutzgebiet um die Landmarke Hohe Acht der Nachwelt in ihrer Ursprünglichkeit zu erhalten. Durch die in Planung befindlichen Windenergieanlagen der Gemeinde Herschbroich und - wie man unterstellt - der Stadt Adenau an den Hängen um die Hohe Acht sieht die Bürgergemeinschaft dieses Ziel in höchster Gefahr.
Negative Folgen befürchtet Menches für den sogenannten sanften Tourismus, namentlich für Projekte wie den kommenden Premiumwanderweg "Eifelleiter" oder ein mögliches Walderlebniszentrum Eifel mit Baumkronenpfad. Aus seiner Sicht schließen sich touristische Vermarktung und ein "Industriepark" mit Windenergieanlagen an der Hohen Acht gegenseitig aus. "Der Gedanke einer nachhaltigen Entwicklung der Region in touristischer Hinsicht wird völlig außer Acht gelassen", kritisiert Menches.
Bernd Schiffarth ist erst seit kurzem Vorsitzender des Vereins für Heimtatpflege. Seine Forderung ist unmissverständlich: "Finger weg von Windrädern an der Hohen Acht." Schon entsprechende Planspiele bezeichnet Schiffarth als "Todsünde". Zumal nicht einzusehen sei, weshalb die Stadt Adenau ein "Sahnestück" städtischen Waldes für ein solch zweifelhaftes Projekt opfern wolle. "Von vielleicht neun Windrädern würde nur eins auf kommunalem Gebiet stehen und der Stadt Einnahmen bringen", erklärt der langjährige Leiter des Forstreviers Hocheifel und ehemalige Bürgermeister der Stadt Adenau. "Das ist einfach lächerlich, und ich bin entsetzt, dass diese Pläne ohne Not verfolgt werden."
Das macht Schiffarth auch seinem Nachfolger im Bürgermei steramt, Arnold Hoffmann, zum Vorwurf. Der meint: "Es wäre fatal, die Planung zu verzögern." Warum, das hatte er schon auf der Informationsveranstaltung am 21. Januar in der Hocheifelhalle deutlich gemacht. "Was wird", fragte er, "wenn hier rundum Windräder von anderen stehen, die wir zwar sehen, von denen wir aber nichts haben?" Die Idee eines Baumkronenpfads nennt Arnold Hoffmann zwar "eine tolle Sache", er verweist aber auf angebliche Aussagen von Windparkbetreibern, wonach beide Projekte "durchaus kompatibel" seien.
Das sieht Georg Hoffmann, Forstunternehmer aus Leimbach, offenbar anders. Bei ihm laufen die Fäden für das Projekt Baumkronenpfad zusammen. Kommentieren möchte er die Debatte um die Windräder an der Hohen Acht nicht, aber auch nicht dazu schweigen. Er sagt: "Wir werden sehr genau beo bachten, was passiert. Natürlich werden wir eine demokratisch gefasste Entscheidung respektieren. Je nachdem, ob sie für oder gegen Windräder getroffen wird, werden wir uns für oder gegen die Umsetzung unseres Projektes entscheiden."

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