Entwicklung: Kelberg ist weiter im Aufwind

Entwicklung : Kelberg ist weiter im Aufwind

Das Machbare vom Wünschenswerten trennen: Nach dieser Devise will Ortsbürgermeister Wilhelm Jonas für eine weitere Amtszeit kandidieren. 2019 hat die Gemeinde einige Großvorhaben im Blick.

Ja, er möchte weiterhin die Geschicke der fünf Ortsteile von Kelberg mit 2064 Einwohnern (Stichtag: 30. Juni 2018) lenken. „Es ist ja mein einziges Hobby“, sagt er mit einem Augenzwinkern. Und betont umgehend: „Meine Frau Beate und unsere Töchter Annika und Eva haben mir grünes Licht gegeben.“ In die Aufgaben des Ortsbürgermeisters investiert der 58-jährige Bauingenieur neben seinem Beruf als Leiter der Straßenmeisterei Alf-Cochem-Koblenz nach eigenen Angaben 20 bis 25 Stunden pro Woche. „Aber es macht mir Spaß“, erklärt er. Daran hätten auch die beiden Beigeordneten Karl-Heinz Sicken und Simone Schäfer-Merten ihren Anteil. „Die Aufgabenverteilung und die Zusammenarbeit funktionieren bestens“, betont Jonas, der das Amt seit September 2007 inne hat. Bei den Wahlen 2007, 2009 und 2014 war er jeweils ohne Mitbewerber angetreten. Ob er auch dieses Mal einziger Kandidat sein wird? „Mir ist noch nichts von einem Mitbewerber bekannt. Aber die Einreichungsfrist endet ja auch erst am 9. April“, erklärt er.

Wenn Wilhelm Jonas sagt, dass er mit dem Ortsgemeinderat auch weiterhin an einer positiven Entwicklung von Kelberg mit Hünerbach, Köttelbach, Rothenbach-Meisenthal und Zermüllen arbeiten wolle, gibt es genau dafür mehr als genug Pläne.

Mitten im Wald, auf dem „Schwarzenberg“ bei Kelberg, steht diese Kapelle; in ihrer Umgebung soll eine Wald­ruhestätte angelegt werden. Foto: Brigitte Bettscheider

Im Kernort Kelberg steht die Erweiterung des weltweit tätigen Apotheken-Einrichter-Unternehmens BD Rowa Germany unmittelbar bevor (der Trierische Volksfreund berichtete). Im Frühjahr soll mit dem Neubau des dreigeschossigen Bürogebäudes und der zweigeschossigen Entwicklungshalle begonnen werden; die Fertigstellung ist für den Sommer 2020 geplant. „Dann gibt es dort Arbeit für 700 Menschen“, sagt Wilhelm Jonas. Der Neubau habe letztlich eine Vorlaufzeit von einem ganzen Jahrzehnt gehabt. Seien doch von Seiten der Ortsgemeinde die ersten Grundstücke dafür schon im Jahr 2008 gekauft worden. Von den 17 Grundstücken, für die im Neubaugebiet „Auf dem Zilles 2“ die Erschließung begonnen hat, sind acht verkauft und fünf weitere angefragt. Da erfahrungsgemäß etwa vier Jahre vergehen, bis ein Neubaugebiet tatsächlich baureif ist, wird in Erwartung weiterer Bauwilliger zurzeit für Flächen hinter dem „Hermes“ ein neuer Nutzungsplan erstellt. Dass der Nikolausmarkt wiederbelebt wurde, dass der Eifeler Kunsthandwerkermarkt sich unter Ausstellern und Besuchern gleichermaßen großer Beliebtheit erfreut, dass die Kirmes von Ehrenamtlichen auf die Beine gestellt wird – „super“, sagt der Ortschef.

Auf dem zu Kelberg gehörenden Schwarzenberg soll im Laufe des Jahres eine Waldruhestätte ihrer Bestimmung übergeben werden. Wesentliche Vorkehrungen sind mit dem Kauf der Kapelle, des Kreuzwegs und des Waldgeländes - bisher im Besitz der katholischen Kirchengemeinde Kelberg – bereits getroffen worden. Die Befürwortung einer Ruhestätte an diesem besonderen Ort sei in der Bevölkerung enorm, freut sich der Ortsbürgermeister.

In Köttelbach hat die Ortsgemeinde zwei bebaute und sechs unbebaute Grundstücke gekauft – „gewinnbringend für das Ortsbild und ideal zur Wohnraumschaffung und zur Ansiedlung von Kleingewerbe“, meint Jonas. In Hünerbach wird im Laufe des Jahres die Ortsdurchfahrt der B 410 neugestaltet und verkehrsberuhigt, und das Gemeindehaus wird behindertengerecht ausgebaut. Für Zermüllen haben die Planung und Baurechtschaffung für eine ebenfalls verkehrsberuhigte Ortsdurchfahrt (B 257) begonnen. In Rothenbach sollen die kompletten Ortsstraßen erneuert und das Gemeindehaus behindertengerecht umgebaut werden.

Auf das Problemthema Gastronomie angesprochen, wertet der Ortsbürgermeister es als positiv, dass in Kürze die Pizzeria in der Mayener Straße wiedereröffnet wird. Und dass in unmittelbarer Nachbarschaft in der „Reichspost“ die Handwerker in großem Stil zugange sind. Hier entstehen ein Lokal mit regionaler Küche und Platz für größere Familienfeiern sowie Gästezimmer.  Und wo drückt der Schuh, Herr Jonas? „Etwas Sorge bereitet mir das Verhalten einiger Jugendlicher, die an den Grillhütten, Infotafeln und Spielgeräten Schäden anrichten. Nicht ganz ohne Sorge sind die hohen Ausgaben für die Großprojekte der Zukunft. Man kann nicht einfach in den Tag hineinträumen und meinen, dass die Gewerbesteuer immer weiter auf dem hohen Niveau fließt.“

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