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Kelberger Bankräuber verurteilt: Landgericht Trier schickt 30-Jährigen drei Jahre und neun Monate in Haft

Kelberger Bankräuber verurteilt: Landgericht Trier schickt 30-Jährigen drei Jahre und neun Monate in Haft

Das Landgericht Trier hat einen 30-Jährigen wegen räuberischer Erpressung und weiterer Delikte zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von drei Jahren und neun Monaten verurteilt. Der aus Bad Breisig stammende Mann hatte gestanden, am 24. Juli die Volksbank in Kelberg überfallen zu haben.

Der Angeklagte nimmt den Urteilsspruch der Dritten Großen Strafkammer gefasst entgegen - mit drei Jahren und neun Monaten Haft hat er rechnen müssen. Die Strafe liegt innerhalb des Rahmens, den man ihm für den Fall eines vollen Geständnisses zugesichert hatte. Dank seiner Aussage, aber auch wegen der finanziellen Zwangslage, die ihn zur Tat getrieben hatte, geht die Kammer von einem minder schweren Fall der räuberischen Erpressung aus.

Besonders mildernd ins Gewicht fällt sein ehrliches Bitten um Entschuldigung bei den überfallenen Bankmitarbeiterinnen. Der Vorsitzende Richter Armin Hardt nach dem Urteil zum Angeklagten: "Denken Sie bitte nicht, dass Ihr Geständnis ein Fehler war. Ohne Geständnis hätten wir uns mühsam durch Indizien und zahlreiche Zeugenvernehmungen durcharbeiten müssen. Dann wären Sie hier mit einigen Jahren mehr rausgegangen." (Anmerkung der Red.: Die Regelstrafe für räuberische Erpressung mit Waffengewalt beträgt mindestens fünf Jahre Haft).

Wie berichtet, hatte der Angeklagte am ersten Verhandlungstag exakt seinen "Auftritt" in der Bank mit einem echt wirkenden Spielzeugrevolver und mit schwarzer Perücke geschildert. Ebenso gestand er die weiteren Tatvorwürfe: Fahren ohne Fahrerlaubnis, Urkundenfälschung, Drogenbesitz, betrügerischer Bezug von Hartz-IV-Leistungen. Das Urteil entspricht in etwa den Anträgen von Staatsanwalt Christian Hartwig und der Verteidigerin. Hartwig hatte eine Gesamtstrafe von vier Jahren Haft gefordert. Verteidigerin Maike Naumiuk beantragte drei Jahre und fünf Monate. Bei ihren Anträgen sind Verteidigung wie Anklage ohnehin auf eine vorgegebene Bandbreite festgelegt.

Grund ist eine verfahrensverkürzende Absprache. Darin hatten sich Kammer, Staatsanwalt und Verteidigerin auf eine Haftstrafe zwischen drei Jahren und sechs Monaten bis zu maximal vier Jahren festgelegt. Voraussetzung waren die Einwilligung des Angeklagten und sein volles Geständnis. Ob er das Urteil annehmen wird, kann der Angeklagte erst nach einer Woche erklären - dies ist die "Bedenkfrist" nach einer verfahrensverkürzenden Absprache.

Vielleicht wird der Mann aus Bad Breisig die Strafe nicht komplett absitzen müssen. Dazu muss er aber mit Erfolg eine Drogentherapie absolvieren.