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Kelberger Studentin erforscht frühere Konsumgewohnheiten

Wissenschaft : Was sich Eifeler früher gegönnt haben

Studentin Franziska Kaiser aus Kelberg sucht Bilder von den Konsumgewohnheiten in den 1950er bis 1980er Jahren und Menschen, die ihr davon erzählen möchten.

„Darüber möchte ich gerne etwas schreiben“. Das war der erste Gedanke der Kelbergerin Franziska Kaiser, als sie im aktuellen Jahrbuch des Landkreises Vulkaneifel den Hinweis auf das Schwerpunktthema der nächsten Ausgabe entdeckte. Denn unter dem Titel „Von Oma und Opa lernen – Nachhaltiges Konsumverhalten liegt wieder im Trend“ ruft der Redaktionsausschuss auf, Erinnerungen an nachhaltiges Leben und erfindungsreiches Wirtschaften in früheren Zeiten oder etwa Rezepte für das Einkochen und Einwecken einzureichen. Aber auch Tipps zu geben, wie man heute ein nachhaltiges Leben führen kann sowie von Erfahrungen zu berichten, was in diesem Bereich bereits neu entdeckt, begonnen und umgesetzt worden ist.

   Franziska Kaiser ist 23 Jahre alt und studiert an der Johannes-Gutenberg-Universität in Mainz im neunten Semester Geschichte und Sport für das Lehramt an Gymnasien. In ihrer Bachelor-Arbeit im Fach Neueste Geschichte hatte sie den Alltag Jugendlicher zwischen 1950 und 1970 im Vulkaneifeldorf Kirchweiler untersucht (der TV berichtete) und dabei auch schon das Konsumverhalten in den Blick genommen. Für das Heimatjahrbuch 2021 erstellte sie eine Kurzfassung ihrer wissenschaftlichen Arbeit. Die vielen positiven Rückmeldungen daraufhin, die Bestärkung durch  den Lehrbeauftragten Gunter Mahlerwein am Historischen Seminar der Uni Mainz und das Thema Konsumgeschichte hätten sie ermuntert, auch für das nächste Jahrbuch einen Beitrag zu schreiben, sagt sie nun unserer Zeitung.

Am meisten interessieren sie Fotos zu dem Thema. Neben den Recherchen in Archiven und der wissenschaftlichen Literatur zählen aber auch Interviews zu Franziska Kaisers Lieblingsdisziplinen. Sie möchte möchte für ihren Beitrag über das Konsumverhalten der Menschen in der Vulkaneifel von den 1950er bis 1980er Jahren daher gerne persönliche Gespräche führen. „Zum Beispiel darüber, welche Kleidung die Leute in dem Zeitraum getragen haben, wie und wo die Kleidung produziert und wo sie gekauft wurde. Was ist an Konsumgütern damals erstrebenswert gewesen, worauf gespart worden“, fragt die Studentin etwa mit Blick auf Nahrungs- und Genussmittel, auf Unterhaltungsmedien wie Radio, Fernsehen, Plattenspieler, Telefon. „Denn eines steht fest“, betont Franziska Kaiser – „vorher herrschte Kargheit statt Konsum.“ Interessant findet sie auch, die Werbeanzeigen in damaligen Festschriften unter dem Konsumaspekt zu betrachten. Wer also über seine Erinnerungen sprechen und Materialien zur Verfügung stellen möchte, melde sich bei Franziska Kaiser. Sie freut sich über jeden Beitrag.

   Dass der TV sie im Kelberger Rathaus beim Studium alter Akten antrifft, hat ebenfalls einen geschichtswissenschaftlichen Hintergrund. Angeregt durch ihre Mitwirkung an einer Ausstellung über den Nationalsozialismus in Neustadt an der Weinstraße, will Franziska Kaiser sich in der nächsten Zeit diesem Thema auch bezüglich ihrer Heimat widmen. „Es geht mir darum, herauszufinden, wie die jeweilige Zeit die Menschen geprägt hat und umgekehrt“, erklärt sie. Auch bei diesem Thema sucht sie den Kontakt zu Zeitzeugen sowie zu deren Kinder- und Enkelgeneration.

Kontakt zu Franziska Kaiser entweder telefonisch: 01578/4302723 oder per E-Mail: franziska.m.kaiser@gmx.de