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Kinder entdecken Hundertwasser

Kinder entdecken Hundertwasser

Im Rahmen des Kunstunterrichts haben die Klassen 6a und 5a sowie die Kunst-AG der Hauptschule Daun die Hundertwasser-Ausstellung in Traben-Trarbach besucht. Dort wird noch bis zum 1. August ein Querschnitt aus Friedensreich Hundertwassers grafischem Werk gezeigt.

Daun/Traben-Trarbach. (red) Stadtführerin und Kultur- und Weinbotschafterin Ulla Schnitzius stellte den Kindern das Schaffen einer der populärsten Künstler und Architekten der 20. Jahrhunderts vor.

"Viele Künstler haben uns traurige Bilder hinterlassen, nicht so Hundertwasser in seiner Farbenfreude", erklärte Schnitzius den Schülern. "Und das, obwohl er an der Seele tief verletzt war."

Ulla Schnitzius erzählte, wie Hundertwasser als Kind in Wien mit seiner Mutter im Bombenkeller ausharren musste. Papier und Stifte durften niemals fehlen. Die Mutter hatte das Maltalent des Jungen entdeckt - ein Lehrer hatte ihr gesagt, wenn ihr Sohn nicht einst Künstler werden würde, sei das ein Verbrechen. "Er hat uns viele Meinungen hinterlassen", so Schnitzius.

Die gerade Linie galt für den Naturmenschen als gottlos. "In der Natur ist nichts gerade", war ein Credo des Umweltaktivisten, der folglich beispielsweise die Spirale liebte. Seine Erkennungszeichen: Regentropfen, Spiralen und der Zwiebelturm, der jedem Menschen eine Krone aufsetzt. Hundertwassers Werke sollten glänzen, deshalb verbrachte der Künstler viel Zeit in Druckereien - seine Werke sollten Unikate sein, so verschieden wie die Blätter eines Baumes.

Glaubwürdig war der Künstler auch deshalb für die Kinder, als sie erfuhren, dass er ein Boot gebaut hat. Mit diesem segelte der Kosmopolit auch nach Neuseeland, wo er ein Zuhause fand und 2000 starb.

Die Ausstellung im Stadthaus "Alter Bahnhof" in Traben-Trarbach ist geöffnet von montags bis sonntags von 11 Uhr bis 18 Uhr. Führungen finden jeden Samstag und Sonntag um 15 Uhr statt. Info: Tourist-Information Traben-Trarbach, Telefon 06541/83980, Fax 06541-839839.