Kinder machen gegen Autofahrer mobil

Daun · Seit mehr als einem Vierteljahrhundert produziert und präsentiert das Dauner Geschwister-Scholl-Gymnasium (GSG) Musicals. Jetzt stand "Die Rache der Igel" auf dem Programm, und wie immer war die Spielfreude ungebrochen, die Zahl der Akteure groß (70) und der Andrang der Besucher riesig (1000).

Daun. Zwischen dem Trauergesang zu Beginn ("Schon wieder ist ein Igel tot") und dem Appell am Schluss ("Helft den Igeln, allen Tieren und den Kindern") entfalteten in 90 Minuten Dutzende von Fünft-, Sechst- und Siebtklässlern und ein Orchester temporeich in szenischem Spiel, Solo- und Chorgesang und Instrumentalmusik die Geschichte von den Igeln, die die Initiative gegen die Autofahrer ergreifen.
Äpfel fürs Größenwachstum


Von Power, Revolution und Action war die Rede, von Plänen, Reifen zu zerstechen, den Auspuff abzubeißen oder gar Autos mitsamt den Fahrern in die Luft zu jagen. Professor Spitzigel empfahl das Apfelessen fürs Größenwachstum - was eine vorübergehende Lösung bedeutete. Grüne, braune und schwarze Politiker hielten wortreiche Reden - was zu gar nichts führte. Kinder erklärten sich mit den Igeln solidarisch - was für Dankbarkeit sorgte.
Zur kritisch-nachdenklichen Handlung gesellten sich originelle Kostüme und Masken und eine anspruchsvolle Choreographie (Elke Czernohorsky), eine effektvolle Bühnengestaltung und aufwändige Ton- und Lichttechnik (Ingo Warken und Volker Weinzheimer) sowie fantasievolle Requisiten (Nele Bednarczyk und Eva-Maria Schmitt). Das "Herz" des aktuellen Musicals - und der Musical-Tradition des GSG überhaupt - sei Lisa Henn, betonte Ruth Spies im Namen der Schulleitung und unter dem Jubel der Akteure und Zuschauer.
Weil die "Geschichte so realistisch und die Musik so super" sei, schaue er sich das Musical gleich zweimal an, erzählte Martin Koenig (12) aus Kelberg-Köttelbach. Und Nina Simon (23) aus Daun meinte mit Blick auf ihre eigene langjährige Musical-Erfahrung am GSG: "Es ist schön, dass es immer weiter geht, und es ist toll, was jedes Jahr auf die Beine gestellt wird."
Marie Kutscheid aus Ulmen-Meiserich ist im sechsten Schuljahr am GSG und war in der Rolle des "Findigel" mit von der Partie. "Es macht total viel Spaß", sagte sie, "denn allein aus meiner Klasse machen zehn Mädchen mit."
Da kann man nur wünschen, dass es stimmt, was die Kinder und Igel am Ende des Stücks verkünden: dass nämlich "im nächsten Jahr in diesem Theater wieder Theater" ist.