Kirchengebäude fällt 2017 - Bebauungsplanentwurf für Wohnprojekt Thomas-Morus-Carré liegt offen

Kirchengebäude fällt 2017 - Bebauungsplanentwurf für Wohnprojekt Thomas-Morus-Carré liegt offen

Der Bauantrag soll im Februar gestellt sein, danach werden die Wohnungen verkauft: Die Planung für das Wohnprojekt Thomas-Morus-Carré in Daun nimmt konkrete Züge an. Auf dem Gelände der ehemaligen Kirche soll nach dem Konzept WohnenPlus ein Miteinander mehrerer Generationen mit gemeinsamen Aktivitäten entstehen.

Daun. Den Planungsentwurf konkretisieren und den Nachbarn in der Berliner und Prümer Straße den Bebauungsplanentwurf, das Modell der Anlage und das Konzept von "WohnenPlus" vorstellen - das sind die Themen, die Susanne Jacob, Claus Schlösser, Matthias Brauns, Julia Gieseking und Johannes Pflüger an diesem Tag in Daun zusammengeführt haben. "Wir möchten, dass die Anlieger, Bürger und Interessenten zu jeder Zeit über die einzelnen Schritte und den Ablauf informiert sind", sagt Matthias Brauns, ehemals Bauamtsleiter der Verbandsgemeindeverwaltung (VGV) Daun, seit langem stellvertretender Vorsitzender des Verwaltungsrates der Katholischen Kirchengemeinde St. Nikolaus Daun und nun Prokurist der Wohnkonzept GmbH.

Nach der Profanierung (2015) und dem Verkauf (2016) der Thomas-Morus-Kirche war am 24. November der Bebauungsplanentwurf mit sehr großer Mehrheit vom Stadtrat verabschiedet worden (der TV berichtete). Zurzeit liegt der Entwurf bei der VGV Daun offen. Bis zum 28. Februar soll der Bauantrag fertig gestellt und das Genehmigungsverfahren eingeleitet sein. Dann beginnt der Verkauf der Zwei- und Drei-Zimmer-Wohnungen: 30 in dem unterhalb der Prümer Straße gelegenen Gebäudekomplex nach dem Konzept "WohnenPlus" (siehe Extra), je zehn in den beiden Mehrfamilienhäusern zur Bitburger Straße hin.

Das Gelände sei bewusst durchlässig konzipiert, und die Parkplatzsituation sei üppig, erklären die Architekten Julia Gieseking und Johannes Pflüger mit Blick auf 36 Tiefgaragenplätze und 29 oberirdische Parkbuchten. Und: "Alle Wohnungen sind nach Süden orientiert und gut belichtet, haben einen überdachten Balkon oder eine überdachte Terrasse." Es werde eine Begegnungsfläche im Freien geschaffen. Alle Wohneinheiten seien barrierefrei, einige rollstuhlgerecht.

"Das Thomas-Morus-Carré ist unsere Antwort auf den demografischen Wandel", sagt Claus Schlösser. So werde sich laut Statistischem Landesamt die Zahl der über 80-Jährigen in Daun von rund 4000 auf etwa 5700 im Jahr 2035 und auf mehr als 7000 im Jahr 2060 erhöhen. Schlösser, der in Hillesheim geboren ist, und bereits Objekte - mit dem Thomas-Morus-Carré vergleichbar - in Stadtteilen von Saarbrücken und in der Nähe von Frankfurt am Main umgesetzt hat, sagt: "Am liebsten fahre ich nach Daun. Es ist ein Stück Heimat, und der Status als Kreisstadt mit Krankenhaus und als Standort mit guter Infrastruktur überzeugt mich."

Bis spätestens Ende Oktober 2017 soll der Abriss der Thomas-Morus-Kirche abgewickelt und mit den Bauarbeiten begonnen worden sein. Die Fertigstellung und der Erstbezug im Bauabschnitt "WohnenPlus" sind für Ende 2018 geplant. "Ja, ein ehrgeiziges Zeitfenster", räumt Susanne Jacob ein. "Aber man braucht Ziele, und der Plan ist durchaus realistisch."Extra

Nach der Idee von Susanne Jacob und Claus Schlösser bedeutet WohnenPlus, in einer Umgebung älter werden zu können, die einem "ein Stück Leichtigkeit zurückgibt", wenn die Belastungen der bisherigen Immobilie zu groß geworden sind. Das Motto von WohnenPlus lautet "gemeinsam statt einsam", die Devise für die Wohnungen heißt "sicher und stilvoll". Konkret bedeutet das, in einem barrierearmen Mehrfamilienhaus in einer eigenen Wohnung mit Privatsphäre zu leben und bei Arbeiten des täglichen Bedarfs wie kochen, waschen, einkaufen, putzen von einer Hauswirtschaftskraft unterstützt zu werden. In den Gemeinschaftsräumen werden Aktivitäten wie Kaffeenachmittage, Yoga und Lebenslanges Lernen angeboten. Zudem eignen sich die Räume für Feiern. Info: www.wohnenplus.net bb