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Kita-Quote: Im Kreis bleibt viel zu tun

Kita-Quote: Im Kreis bleibt viel zu tun

Eltern haben vom 1. August 2013 an einen Anspruch darauf, dass ihre Kinder in den ersten drei Lebensjahren einen Betreuungsplatz erhalten. Bundesweit wird eine Betreuungsquote von 39 Prozent angestrebt - im Landkreis Vulkaneifel bleiben die fünf Verbandsgemeinden heute teilweise weit darunter. In der Verwaltung ist man trotzdem zuversichtlich.

Daun. 25,5 Prozent der Kinder unter drei Jahren in der Verbandsgemeinde (VG) Obere Kyll werden derzeit in einer Kindertageseinrichtung betreut. Das ist, geht es nach dem Willen von Bund, Ländern und Kommunen, viel zu wenig: Beim sogenannten Krippengipfel im Jahr 2008 wurde beschlossen, dass Eltern von Sprösslingen, die jünger sind als drei Jahre, einen Rechtsanspruch auf die Betreuung ihrer Kinder durch eine Tagesmutter oder in einer Kindertagesstätte haben. Besonders die alten Bundesländer hinken beim Ausbau der Betreuungsmöglichkeiten noch weit hinterher (siehe Extra).
Nicht nur die VG Obere Kyll bleibt bisher hinter der vom Bundesfamilienministerium ermittelten Quote von 39 Prozent zurück. In der VG Daun werden 32 Prozent der unter Dreijährigen in Einrichtungen betreut, in der VG Gerolstein sind es 28,6 Prozent. In der VG Hillesheim werden 31,8 Prozent der Ein- bis Dreijährigen in einer Einrichtung betreut, in der VG Kelberg 33,3 Prozent. Die 39-Prozent-Quote bedeutet, dass durchschnittlich für 39 Prozent der unter Dreijährigen ein Betreuungsplatz in einer Einrichtung oder bei einer Tagesmutter benötigt wird. Sie ergibt sich aus Befragungen von Eltern und Planungen der Jugendämter in ganz Deutschland - und spiegelt nicht unbedingt die vor Ort herrschende Nachfrage nach Plätzen wider.
Diese ist in der Vulkaneifel je nach Alter der Kinder recht unterschiedlich: Bei den Drei- bis Sechsjährigen rechne man weiterhin mit einer Auslastung von 100 Prozent, sagt Verena Bernardy, Pressesprecherin der Kreisverwaltung. Auch derzeit sind nahezu alle Plätze vergeben.
Von den Zweijährigen wurden im Kindergartenjahr 2011/2012 70 Prozent in Kindertagesstätten betreut. Der Bedarf sei aber steigend, sagt Bernardy. Ein Ausbau ist insbesondere bei den Plätzen für Kinder, die jünger als ein Jahr sind, geplant. Man plane damit, dass 40 Prozent im kommenden Jahr in Kindertagesstätten betreut werden. Neben den Kindergärten kümmern sich kreisweit derzeit auch 103 Tagespflegepersonen um kleine Kinder.
Mit Schadenersatzforderungen von Eltern, die keinen Kitaplatz erhalten, rechnet Bernardy nicht. "Wir gehen davon aus, dass wir die Rechtsansprüche in zumutbarer Entfernung erfüllen können", sagt sie. Welche Entfernung noch zumutbar ist, kann sie derzeit nicht sagen. Arnold Schneider, Büroleiter bei der Verbandsgemeinde Daun, meint: "Bei dem vergleichsweise hohen Angebot von Plätzen für unter Dreijährige wird nicht damit gerechnet, dass viele Eltern Schadenersatzansprüche geltend machen."
Derzeit werden Kindertagesstätten in Daun-Neunkirchen/Steinborn und Mehren um eine Gruppe erweitert, um in dieser Verbandsgemeinde den steigenden Bedarf zu erfüllen. In Gerolstein wird eine neue Kindertagesstätte gebaut. Auch in Stadkyll und Jünkerath werden Einrichtungen umgebaut, die Kita in Lissendorf wird zudem erweitert.
Insgesamt gehe der Ausbau "gut voran". Schwierig könne es dennoch werden: "Probleme bestehen auch darin, dass zu wenig Fachkräfte da sind", sagt Arnold Schneider.Extra

Sowohl der Bedarf als auch der Ausbaustand ist regional sehr unterschiedlich. Während die neuen Bundesländer alle die angestrebte Quote bereits heute erfüllen (in Sachsen-Anhalt wurden im März 2012 beispielsweise 57,5 Prozent der unter Dreijährigen in Kindertagesstätten und durch Tagesmütter betreut), sieht es in Nordrhein-Westfalen besonders schlecht aus. Dort liegt die Quote bei 18,1 Prozent. Rheinland-Pfalz liegt mit 27 Prozent auf Platz acht von 16. mem